Textilien für die Coronakrise

Hilfe Die Firma Standard Textile aus Hüttlingen spendet OP-Schutzmäntel – zahlreiche andere Unternehmen produzieren oder spenden Mundschutz.

  • Oliver Christ mit einigen der an die Kliniken Ostalb gespendeten Mäntel. Foto: Standard Textile

Hüttlingen

In Zeiten der Corona-Pandemie werden andere Textilien gebraucht als sonst: Mund- und Nasenschutz, Hygienetücher und OP-Mäntel sind gefragt. Viele Textilunternehmen stellen deshalb teilweise ihre Produktion um. Andere spenden, was sie ohnehin produzieren und vertreiben – wie die Firma Standard Textile GmbH aus Hüttlingen.

500 wiederverwertbare Schutzmäntel für den Einsatz im Krankenhaus hat das Unternehmen, das am Standort Hüttlingen neun Mitarbeiter beschäftigt, an die Kliniken Ostalb gespendet. „Diese haben einen Wert von 6000 Euro“, so Geschäftsführer Oliver Christ. Zudem hat die Firma hiesige Arztpraxen, Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen mit Mehrwegschutzkitteln im Wert von weiteren 1500 Euro unterstützt.

Die wiederaufbereitbaren und wiederverwendbaren Schutzkittel gehören neben OP-Abdecktüchern für Patienten, OP-Mänteln, Bereichsbekleidung, Inkontinenzprodukten und Textilien für Patienten ohnehin zum Sortiment des Unternehmens. Den Kliniken Ostalb komme in diesem Fall zugute, dass es in der Ellwanger Sankt-Anna-Virngrund-Klinik noch eine Wäscherei gibt. Viele andere Kliniken, so Christ, setzten nur auf Einwegware. „In Deutschland werden etwa zu drei Vierteln Wegwerfprodukte verwendet, in Österreich dagegen ist das Verhältnis umgekehrt“, sagt der Firmenchef. Die Kunden des Hüttlinger Unternehmens sind normalerweise Großwäschereien, die Kliniken und Pflegeheime, aber auch Hotels ausstatten. „Die Hotels sind nun als Kunden weggebrochen“, erzählt Christ.

In Westerheim auf der Schwäbischen Alb lässt Standard Textile auch wiederverwendbare Mund-Nasen-Masken aus OP-Textilien fertigen. „Die erste Bestellung dafür kam von den Klniken Ostalb über 10 000 Stück, wir liefern dieses Produkt nun deutschlandweit an Kliniken, Krankenhauswäschereien, Pflegedienste und Medizinlabore“, so Christ. Das Unternehmen in Hüttlingen gehört zur US-amerikanischen Standard-Textile-Gruppe mit weltweit 4000 Mitarbeitern.

Wir unterstützen ortsansässige Institutionen.

Oliver Christ
Standard Textile GmbH

Masken von Strenesse, Triumph, Susa und Co.

Landauf, landab sieht sich die Textilbranche in der Coronakrise nach neuen Betätigungsfeldern um. Ende März haben der Heubacher Wäschehersteller Triumph und der Stuttgarter Autozulieferer Mahle bekannt gegeben, in großem Stil Atemschutzmasken für Behörden herzustellen. Auch Susa in Heubach, nach eigenen Angaben Deutschlands ältester Miederwarenhersteller, hat sich aufgrund der aktuellen Situation in der Coronakrise dazu entschlossen, die Fertigung in Teilbereichen auf die Produktion von Mund- und Nasenmasken umzustellen. Der Modekonzern Strenesse stellt in der eigenen Näherei am Hauptsitz Nördlingen nun Mund- und Nasenschutzmasken aus atemdurchlässiger Baumwolle her. Sie sollen zunächst vor allem für Mitarbeiter des Lebensmitteleinzelhandels eingesetzt werden. Der Modehersteller Mey in Albstadt fertigt Mund- und Nasenschutz, ebenso der Textilkonzern Trigema in Burladingen.

Das Thema beschäftigt auch andere Branchen: So hat etwa der Elektrowerkzeughersteller Fein aus Bargau 2500 Atemschutzmasken und 1800 Schutzhandschuhe an das Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd gespendet.

© Wirtschaft Regional 06.04.2020 13:00
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