Krajewski ist Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses

IHK Der Ausschuss der IHK beschäftigte sich mit der derzeitigen Ausbildungssituation. Vorsitzender des Digitalisierungsausschusses wurde verabschiedet.
  • Von links: Cornelia Kirchmayr, André Louis (beide IHK), Kerstin Pätzold, Michaela Eberle (IHK-Chefin), Erwin Krajewski. Foto: IHK

Heidenheim

Alleine in der IHK-Lehrstellenbörse sind derzeit noch rund 170 Ausbildungsplätze im Angebot. „Das Bewerberverhalten vieler Jugendlicher ist durch die Schließungen im Bildungssystem, durch verschobene Abschlussprüfungen und insgesamt durch die Situation der Pandemie äußerst verhalten“, lautet das Resümee der Mitglieder des Berufsbildungsausschuss der IHK Ostwürttemberg. Sie appellieren daher an alle Jugendlichen in der Region, jetzt erst recht eine Ausbildung zu beginnen und sich zu trauen, sich auch den Sommer über noch zu bewerben.

Zum neuen Vorsitzenden des Berufsbildungsausschusses wurde einstimmig Erwin Krajewski, Ausbildungsleiter beim Maschinenbaukonzern Voith aus Heidenheim, gewählt. Er vertritt damit einen der größten Ausbildungsbetriebe der Region. Vorgänger im Amt war Andreas Götz, der damalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ostalb. Krajewski ist seit vielen Jahren Mitglied in diversen Prüfungsausschüssen sowie dem IHK-Schlichtungsausschuss. Zudem begleitet er weitere ehrenamtliche Aufgaben bei der IHK und ist seit langer Zeit mit den verschiedensten Ausbildungsthemen betraut. Er hat das Ziel, dass die wichtigen Akteure der beruflichen Bildung, die beruflichen Schulen, die Gewerkschaften und die Unternehmen, konstruktive Debatten für eine gute Berufsausbildung, für hervorragenden Fachkräftenachwuchs und für Innovationsfähigkeit führen. „Ostwürttemberg ist die Region der Talente und Patente und wir können einen wertvollen Beitrag hierfür leisten“, so Krajewski. Er sieht die Schwierigkeiten in der dualen Berufsausbildung nicht in der derzeitigen Corona-Krise, die die Ausbildungssituation nicht nur in Ostwürttemberg auf den Kopf stellt. Der Ausbildungsspezialist sieht dies mehr als ein nachhaltig wichtiges Thema für die Zukunft und damit auch als eine wichtige Aufgabe für den Berufsbildungsausschuss. „Die Entscheidung für eine Berufsausbildung scheint für viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr so interessant zu sein, wie vor einigen Jahren. Und das, obwohl die Berufsausbildung im Dualen System eine Erfolgsgeschichte ist und in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt hat, dass im europaweiten Vergleich unsere Jugendlichen die niedrigste Arbeitslosenquote haben“, sagt Krajewski. Garant für diesen Erfolg sei die hervorragende Vorbereitung der Absolventen auf die betrieblichen Anforderungen. „Heute gilt es wieder, dem technologischen und gesellschaftlichen Wandel zu folgen und mit dem Megatrend der Digitalisierung die Berufsausbildung zukunftsfähig zu halten“, erklärt Krajewski.

Die IHK hat sich gemeinsam mit allen Berufsschulen in der Region zudem dazu entschlossen, dass der Ausbildungsstart auch nach dem 1. September flexibel gestaltet werden kann, ohne Nachteile oder gar Unterrichtsausfall fürchten zu müssen. André Louis, Leiter der Berufsausbildung: „Wir möchten, dass keine Schülerin und kein Schüler blind in eine Ausbildung hetzen bzw. starten muss, sondern dass auch während der Sommerferien und möglicherweise auch noch danach die Jugendlichen über Praktika oder Schnupperarbeiten ihre Bewerbungsphase absolvieren können.“ Somit bekämen auch alle Absolventen, die dieses Jahr später ihren Schulabschluss gemacht haben, die Gelegenheit in eine Ausbildung starten zu können.

Die Berufsausbildung scheint für viele nicht mehr so interessant zu sein.

Erwin Krajewski
Ausbildungsleiter Voith

Omerhodzic verabschiedet

Mit einer Ehrenurkunde der IHK wurde Sinanudin Omerhodzic, Hartmann AG, aus dem Digitalisierungsausschuss verabschiedet. Omerhodzic begleitete den Ausschuss seit Gründung 2017. „Er war ein wichtiger Unterstützer, Impuls- und Ratgeber, der die digitale Transformation in der Region aktiv mitgestaltet hat“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Eberle. Der Ausschuss setzt sich aus 20 Vertreter regionalen Firmen zusammen.

© Wirtschaft Regional 21.07.2020 14:41
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