Arbeitslosigkeit immer höher

Statistik Die Beteiligten stemmen sich gegen die Coronakrise, doch der Lockdown hinterlässt immer gravierendere Spuren auf dem Arbeitsmarkt der Ostalb.

Aalen

Auch im Juni hinterlässt die Pandemie weitere Spuren auf dem Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg. So ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen um 394 (3,8 Prozent) auf nunmehr 10 841 Arbeitslose angestiegen. Das sind in Ostwürttemberg 3551 Arbeitslose mehr als noch vor einem Jahr.

 „Üblicherweise ist von Mai auf Juni ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Allerdings fiel der Anstieg an Arbeitslosen moderater aus, als das noch im April und Mai der Fall war.

Die Akteure auf dem Arbeitsmarkt stemmen sich sichtbar mit aller Kraft gegen die negativen Auswirkungen der Pandemie. Aber trotz der gemeinsamen Anstrengung kann der Corona-Effekt nur zum Teil kompensiert werden“, bewertet Elmar Zillert, Chef der Aalener Arbeitsagentur diese Entwicklung.

Die Zahlen im Ostalbkreis und Kreis Heidenheim im Vergleich

Im Ostalbkreis erhöhte sich die Zahl der arbeitslos Gemeldeten um 349 Personen (5,2 Prozent) auf 7029 Arbeitslose. In Heidenheim nahm sie nur um 45 Personen (1,2 Prozent) auf 3812 Personen zu. Dies drückt sich auch in den Arbeitslosenquoten beider Kreise aus. So stieg die Arbeitslosenquoten im Ostalbkreis um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9, während sie im Kreis Heidenheim bei 5,1 Prozent stagnierte.

Innerhalb des Ostalbkreis zeigt sich in den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur nach wie vor ein differenziertes Bild. Die Geschäftsstelle Ellwangen bleibt auch während der Pandemie die stabilste Region und verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr mit 30,2 Prozent den geringsten Anstieg an Arbeitslosen.

Trotz der gemeinsamen Anstrengung kann der Corona-Effekt nur zum Teil kompensiert werden.

Elmar Zillert
Agentur für Arbeit Aalen

In Bopfingen hingegen kletterte die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen allein im abgelaufenen Monat um 7,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr hat sich hier die Zahl der Arbeitslosen mit einem Plus von 60,7 Prozent mehr als verdoppelt. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg fiel im Juni etwas stärker aus als im Land.

Hier erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 2,3 Prozent. Entsprechend kletterten die Arbeitslosenquoten in Ostwürttemberg um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent und im Land um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent.

Aufwärtstrend in den Bereichen Gastro, Logistik, Lebensmittel

Erfreulich sei, so die Arbeitsagentur Aalen, dass die Dynamik auf dem regionalen Arbeitsmarkt leicht an Fahrt aufgenommen hat. Im Monat Juni sind weniger Arbeitslose zugegangen als im Vormonat. Insbesondere die Zugänge aus Erwerbstätigkeit sind gegenüber Mai deutlich geringer ausgefallen. Insgesamt haben sich 890 Personen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Das sind 21 Prozent weniger als noch im Mai.

Auch die Abmeldungen in Arbeit haben im Vergleich zum Mai zugenommen. Hier konnte die Agentur einen Anstieg von 32,5 Prozent verzeichnen. Mehr Abgänge gab es insbesondere in den Berufssegmenten der Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe sowie Verkehrs- und Logistikberufe.

Der Arbeitsagentur und den Jobcentern in Ostwürttemberg wurden im Juni 555 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet. Dieses sind mit einem Plus von 16 Arbeitsstellen nur geringfügig mehr als im Monat Mai. Betrachte man das erste Halbjahr 2020, so liege man mit einem Minus von 53,1 Prozent deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

© Wirtschaft Regional 01.07.2020 10:09
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