„Wir haben die Zeit genutzt“

Tourismusbranche Hotelier Armin Meiser spricht über die schlimmen Auswirkungen der Coronakrise auf seine Branche, hat aber auch Hoffnung.
  • Armin Meiser ist geschäftsführender Gesellschafter der Meiser Hotels mit Häusern in Neustädtlein und Dinkelsbühl. Foto: Meiser GmbH

Fichtenau-Neustädtlein

Armin Meiser ist geschäftsführender Gesellschafter der Meiser GmbH, die unter anderem das Vitalhotel Neustädtlein und das Meiser Design Hotel Dinkelsbühl betreibt. Im Interview hat der Hotelier über die aktuelle Lage der Branche und die Auswirkungen der Coronakrise gesprochen.

Wie hat sich die Coronakrise auf das Geschäft in Ihren Hotels ausgewirkt?

Die ist wie ein Tsunami über uns gekommen. Wir sind praktisch von 100 auf wenige Prozent heruntergefahren und konnten nur noch reagieren, nicht mehr agieren. Angesichts vieler internationaler Gäste in beiden Häusern haben wir die Anzeichen recht früh bemerkt.

Wie haben Sie reagiert?

Nach einer kurzen Schockstarre haben wir eine Strategie entwickelt, diese „Zeit im Leerlauf“ zu nutzen. Wir haben sämtliche Arbeitsabläufe in den Hotels durchleuchtet und optimiert, auch nutzen wir die Zeit, um mit unserem Handwerkerteam unsere Einrichtungen wie Pool und so weiter top instand zu halten.

Ich vermute, dass viele in diesem Jahr auch Urlaub in Deutschland und in der näheren Umgebung machen möchten.

Armin Meiser
Hotelier

Wie sind die Pläne für die nächsten Wochen?

Derzeit ist nur das Vitalhotel in Neustädtlein für Businessgäste geöffnet. Wenn ab Pfingsten private Reisen wieder möglich sind, werden beide Hotels offen sein.

Gibt es Buchungen?

Wir haben Buchungen und sind gerade dabei, Buchungen zu generieren – es kommen schon wieder welche rein. Momentan ist ein guter Zeitpunkt, bei Buchungen zuzugreifen. Ich vermute, dass viele in diesem Jahr auch Urlaub in Deutschland und in der näheren Umgebung machen möchten. Da sind unsere Hotels prädestiniert, sie liegen beide komplett in der Natur. Im Vitalhotel gibt es für Privatgäste viele Aktivitäten wie Golfen, Reitkurse und geführte Radtouren. Für Tagungen, die hoffentlich bald wieder möglich sind, sind beide Hotels optimal. Wir haben umfangreiche Räumlichkeiten und Außenbereiche. Bei hervorragender Glasfaserversorgung von bis zu 1000 M/Bit können bei Konferenzen beispielsweise Gäste aus dem Ausland zugeschaltet werden.

Sie sind auch Vorsitzender der Dehoga-Kreisstelle Schwäbisch Hall. Was sind ihre Forderungen an die Politik?

Es geht schon in die richtige Richtung, dass die Mehrwertsteuer für Speisen für ein Jahr auf sieben Prozent gesenkt wurde – das ist jedoch zu kurzfristig. Zudem muss dringend ein Nothilfefonds für Hotellerie und Gastronomie aufgelegt werden, weil wir als erste Branche von den Folgen der Krise betroffen waren und wohl auch noch am längsten damit zu kämpfen haben.

© Wirtschaft Regional 22.05.2020 17:22
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