IHK-Umfrage macht Hoffnung

Konjunktur Unternehmen in Ostwürttemberg sehen ihre Lage im Vergleich zum vergangenen Herbst wieder etwas verbessert.
  • Wie beurteilen die Unternehmen in Ostwürttemberg ihre Geschäftslage? „Befriedigend“, meinen die meisten. Sowohl „gut“ als auch „schlecht“ werden in der Konjunkturumfrage seltener genannt.

Heidenheim

Der befürchtete konjunkturelle Abschwung lässt sich in Ostwürttemberg nicht bestätigen: So das Ergebnis der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen spricht von einer befriedigenden, 37 Prozent sprechen sogar von einer guten Geschäftslage. Zwar fallen die Geschäftserwartungen im Vergleich zum Vorjahreswert verhaltener aus, doch zeigt sich im Vergleich zum Herbst eine zuversichtlichere Stimmung.

42 Prozent der befragten Unternehmen steigerten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Fast die Hälfte der Betriebe erwartet wieder steigende Exporte, und mit 23 Prozent gehen wieder weniger Betriebe von rückläufigen Auftragseingängen aus.

37 Prozent der Unternehmen in Ostwürttemberg (32 Prozent im Ostalbkreis) bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit „gut“. Allerdings stieg der Anteil derer, die ihre Geschäftslage mit „schlecht“ bewerten, im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte, auf aktuell neun Prozent an. Im Vergleich zum Herbst hat sich der Zustand jedoch verbessert. So sprachen damals noch elf Prozent von einer schlechten Lage. Gingen im Herbst noch 23 Prozent von fallenden Beschäftigtenzahlen in den nächsten zwölf Monaten aus, sind es derzeit nur noch 14 Prozent.

Erwartungen sind noch sehr zurückhaltend

Die insgesamt recht zuversichtliche Stimmung unterstreicht die Kraft der Wirtschaft unserer Region.

Michaela Eberle
IHK-Hauptgeschäftsführerin

IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle sagt dazu: „Die Umsatzerwartungen zeigen sich zwar aktuell noch durchwachsen, doch sind die Exporterwartungen im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen.“

Zurückhaltend sind die Geschäftserwartungen für die Zukunft. Im Ostalbkreis etwa erwarten 37 Prozent schlechtere Geschäfte, nur 13 Prozent gehen von besseren Geschäften aus.

Am meisten Sorgen bereitet den Unternehmen die Inlandsnachfrage. Zudem bleibt der Fachkräftemangel, trotz der leichten Konjunktureintrübung, weiterhin relevant. 25 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit höheren Investitionstätigkeiten im Ausland. Der Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte gestiegen. Katrin Mager, Referentin Standort bei der IHK Ostwürttemberg: „Das Ergebnis des Brexit zeigt sich bereits jetzt an den Umfrageergebnissen im Bereich der Auslandsinvestitionen. Keines der befragten Unternehmen plant steigende Investitionen im Vereinigten Königreich. Mehr als die Hälfte will gar nicht mehr dort investieren und 28 Prozent planen zumindest geringere Ausgaben.“ Weiter gehen nur noch knapp 17 Prozent der Betriebe von gleichbleibenden Investitionen aus. Dieser Wert lag im Vorjahr noch bei ganzen 62 Prozent.

Die Industrie ist zu 83 Prozent in ihren Kapazitäten ausgelastet. Weniger Unternehmen als im Vorjahr, aber mehr als im Herbst 2019, melden steigende Auftragseingänge. Der Handel beurteilt seine Geschäftslage weniger positiv als zu Jahresbeginn 2019. Mit 32 Prozent spricht nur noch etwas mehr als ein Drittel von einer guten Geschäftslage. Das Baugewerbe zeigt sich weiter stabil. Zwar sprechen noch 56 Prozent der Befragten von einer guten Geschäftslage, doch sind dies 33 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. In der Dienstleistungsbranche beurteilen nur noch 36 Prozent die Geschäftslage mit „gut“ (2019: 52 Prozent).

© Wirtschaft Regional 12.02.2020 14:49
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