Betriebe informieren sich über Kurzarbeit

Arbeitsmarkt Immer mehr Firmen in Ostwürttemberg lassen sich von der Arbeitsagentur beraten – Metallindustrie und Automotive-Branche betroffen.

Aalen

Immer mehr Firmen in der Region planen Kurzarbeit oder tragen sich mit dem Gedanken dazu. Das geht aus aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur Aalen hervor. Wie die Agentur auf Anfrage mitteilt, befinden sich in Ostwürttemberg derzeit 30 Betriebe mit 839 Beschäftigten in angezeigter Kurzarbeit. Die Zahl der Betriebe, die sich von der Agentur für Arbeit Aalen zum Thema Kurzarbeit beraten ließen, hat im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zugenommen (siehe Grafik).

Schwerpunkt der von Kurzarbeit betroffene Branchen seien die Metallindustrie und der Bereich Automotive. Zudem gebe es ein „erhöhtes Beratungsvolumen im Bereich Kurzarbeitergeld“. Zum Teil handle es sich hierbei unverbindliche Beratungswünsche aus den Bereichen Maschinenbau und Zulieferer der Automobilindustrie. Während solche Beratungen in den Jahren 2017 und 2018 kaum nachgefragt wurden, stieg der Bedarf in den vergangenen Monaten sprunghaft an.

Kurzarbeit ist ein Instrument, das es den Unternehmen ermöglichen soll, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Entlassungen zu vermeiden. Etwa bei starken Auftragsrückgängen reduzieren die Unternehmen die Arbeitszeit für die Arbeitnehmer. Diese wiederum erhalten von der Bundesagentur für Arbeit einen teilweisen Ausgleich für den Verdienstausfall – rund zwei Drittel. Bezahlt wird das Kurzarbeitergeld in der Regel bis zu einem Jahr lang.

Die betroffenen Unternehmen müssen die Kurzarbeit bei der örtlichen Arbeitsagentur anzeigen. Genehmigt diese das Kurzarbeitergeld, so muss das Unternehmen den Arbeitnehmern nur die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlenden – mit dem sogenannten Kurzlohn,. Unternehmen können den Antrag auf Kurzarbeit auch nur für einzelne, besonders von der konjunkturellen Situation betroffene Abteilungen stellen. Der Antrag kann jedoch auch abgelehnt werden – etwa, wenn die Arbeitsagentur zu dem Schluss kommt, dass Fehlentscheidungen des Managements schuld an der Schieflage des Unternehmens sind.

Laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit befanden sich Ende September deutschlandweit rund 43 000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Vor der Finanzkrise im Jahr 2008 habe die Zahl mit durchschnittlich 100 000 Beschäftigten wesentlich höher gelegen.

© Wirtschaft Regional 04.10.2019 17:34
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