Umbau bei SHW Werkzeugmaschinen

Maschinenbau Der Investor SFO übernimmt den Werkzeugmaschinenherstellers komplett – und will weiter in den Standort und neue Mitarbeiter investieren. Geschäftsführer Anton Müller hat die Firma derweil verlassen.
  • Ein Bild aus dem vergangenen Jahr nach der Übernahme von SHW WM durch SFO: von links der nun alleinige Geschäftsführer Martin Greis, der technische Betriebsleiter Martin Rathgeb, Investor Wolfgang Schepp sowie der nun ausgeschiedene Geschäftsführer Anton Müller. Archiv-Foto: rs

Aalen

Zehn Monate nach dem Kauf aus der Insolvenz heraus hat sich die SHW Werkzeugmaschinen GmbH (SHW WM) eine neue Gesellschafterstruktur geschaffen. Der Spezialist für Fahrständer- und Portalmaschinen sowie Bearbeitungszentren ist nun in alleinigem Besitz der SFO Group. Auch die Geschäftsführung hat der nun alleinige Eigentümer umgebaut: Der langjährige Geschäftsführer Anton Müller hat das Unternehmen verlassen, SHW WM wird jetzt von Martin Greis geleitet, der bislang ein Führungsduo mit Müller gebildet hatte.

Die SFO hat die Gesellschaftsanteile der Berliner Zeitfracht GmbH & Co. KG am Wasseralfinger Unternehmen komplett übernommen hat und nun 100-prozentiger Eigentümer der Firma ist. Das Schwesterunternehmen SHW Bearbeitungstechnik GmbH (SHW BT), Spezialist für die spanende Bearbeitung von Großbauteilen, ist ebenfalls vollständig im Besitz der SFO Group um Wolfgang Schepp.

Im Zuge dieser Neuordnung der Gesellschafterverhältnisse habe Anton Müller, der seit Oktober 2018 gemeinsam mit Martin Greis SHW WM als Geschäftsführer geleitet hatte, das Unternehmen einvernehmlich verlassen, so die Firma in einer Mitteilung. Alleiniger Geschäftsführer sowohl von SHW WM als auch bei SHW BT ist seit August 2019 Martin Greis. „Die SFO Group wird den SHW WM-Standort Wasseralfingen weiter stärken. Die Fertigungstiefe innerhalb der beiden SHW-Unternehmen sollen erhöht werden“, sagt Greis.

Mehr als zwei Millionen Euro hat das Unternehmen im laufenden Jahr bereits in vier neue Universal-Bearbeitungszentren bei SHW BT investiert. Eine weitere Maschine soll im ersten Quartal 2020 folgen. „Die SHW BT verzeichnet einen hohen Auftragseingang. Ich bin zuversichtlich, dass diese positive Entwicklung, die seit dem Einstieg von SFO im September 2018 zu sehen ist, weiter anhält“, erklärt Greis.

Keine Delle: „Wir suchen weiterhin neue Mitarbeiter“

Die SFO wird den Standort weiter stärken.

Martin Greis
Geschäftsführer SHW WM

Eine Wirtschaftsdelle wie derzeit im Automotive-Bereich vielerorts zu diagnostizieren ist, kann Greis bei SHW WM und SHW BT nicht feststellen. Denn auf den Maschinen des Wasseralfinger Spezialisten werden häufig Großbauteile für den Maschinen- und Anlagenbau, Großdiesel- und Gasmotoren, Turbinen oder die Umwelttechnik bearbeitet. Das Automotive-abhängige Geschäft hält sich in Grenzen. Greis: „Wir suchen weiterhin neue Mitarbeiter.“

Vom Messeauftritt auf der Fachmesse EMO in Hannover vom 16. bis 21. September verspricht sich der Werkzeugmaschinenhersteller weitere positive Impulse. Dort werden einige Know-how-trächtige Produkte vor großem Publikum präsentiert. „Unsere dort zu sehende Maschine des Typs UniSpeed 2000 mit Palettenwechsel-System soll uns helfen, weitere Neukunden zu finden“, erklärt der Geschäftsführer. Bereits im Vorfeld habe es viele Anfragen von bestehenden Kunden gegeben, die in Hannover mit den 15 SHW WM-Mitarbeitern am 300 Quadratmeter großen Messestand in Kontakt treten wollen.

Zudem hat das Unternehmen seine Produktpalette neu geordnet. Bei den Bearbeitungszentren existieren die Modellreihe UniSpeed. Verschiedene Palettenwechselsysteme ergänzen die Bearbeitungszentren. Bei den Fahrständermaschinen wird zwischen den Modellreihen PowerSpeed und UniForce unterschieden. Die Portalmaschinen sind in der Baureihe PowerBridge zusammengefasst. In den Fräsköpfen sieht SHW WM seine Kernkompetenz. In einer breiten Variation kann passgenau für jede Anwendung beim Kunden der geeignete Fräskopf geliefert werden. Technologie-Features wie das Diagnose- und Werkstückvermessungs-Tools oder moderne Leitstandtechnik runden den Lieferumfang ab.

Die SHW WM ist eigenen Angaben zufolge einer der weltweit führenden Hersteller von Fahrständermaschinen, Portalmaschinen sowie Bearbeitungszentren und zählt zu den international anerkannten Spezialisten für zerspanende Bearbeitung. Die Maschinen der Wasseralfinger fertigen u.a. Großteile für den Maschinen- und Anlagenbau, für Großdieselmotoren, Turbinen und Umwelttechnik. Von der Automotive-Branche ist das Unternehmen relativ unabhängig. SHW WM beschäftigt aktuell rund 210 Mitarbeiter, hinzu kommen knapp 60 Beschäftigte beim Schwesterunternehmen SHW Bearbeitungstechnik. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Aalen-Wasseralfingen.

© Wirtschaft Regional 11.09.2019 20:24
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