Mapal erweitert Werk in den USA

Werkzeugbranche Erst Mexiko, jetzt die USA: Das Traditionsunternehmen baut seine Präsenz in Nord- und Mittelamerika weiter aus. Allerdings spüren auch die Aalener die getrübte Konjunkturstimmung.
  • Blick ins neue Mapal-Werk in den USA. Foto: Mapal

Aalen

Mapal hat sein Werk am Standort Fountain Inn im US-Bundesstaat South Carolina erweitert. Der Aalener Präzisionswerkzeughersteller schafft damit nach eigenen Angaben zusätzliche Kapazitäten für Vertrieb, Service und Fertigung. In den vergangenen zwölf Monaten ist ein repräsentatives Verwaltungsgebäude entstanden.

Neben modernen Büroräumen sei in den Neubau auch ein Testzentrum für den Bereich Luftfahrt sowie ein Showroom für die Kunden integriert worden. Die Gesamtnutzfläche des Werks erhöht sich damit um mehr als 1000 auf insgesamt 2250 Quadratmeter. Investiert hat das Unternehmen rund 3,6 Millionen Euro. Darin eingeschlossen sei die Erweiterung der Fertigungsanlagen. Zudem entstehen etwa 30 neue Arbeitsplätze.

Die Niederlassung in Fountain Inn besteht seit 2012. Sie ist der zweite Produktionsstandort von Mapal USA mit landesweit 250 Mitarbeitern. Der Hauptsitz der US-Dependance befindet sich in Port Huron, unweit von Detroit im Bundesstaat Michigan.

Mapal ist seit mehr als 40 Jahren auf dem US-Markt präsent. Man baue die Stellung in allen wichtigen Branchen stetig aus. „Es ist uns wichtig, sowohl im Norden als auch im Süden der USA regionale Stützpunkte zu haben, um eine durchgängige Betreuung unserer Kunden zu gewährleisten“, sagt Dr. Jochen Kress, Geschäftsführender Gesellschafter von Mapal.

Auch in Mexiko betreibt Mapal zwei Werke

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Mapal in den USA und Mexiko investiert. Zuletzt hatten die Aalener in Santiago des Querétaro für 2,3 Millionen Euro in neues Werk gebaut und so die Präsenz im wichtigen nordamerikanischen Markt weiter ausgebaut.

Das Werk in Fountain Inn fungiere als regionales Zentrum für die im Umkreis ansässige Automobil- und Luftfahrtindustrie. „Es wird darüber hinaus eine Drehscheibe für die Produktion von Vollhartmetallwerkzeugen für Nord- sowie Mittel- und Südamerika sein“, ergänzt Kress.

Eine Drehscheibe für die Produktion in Nord- und Mittelamerika.

Dr. Jochen Kress
Mapal-Chef

Die neuen Kapazitäten ermöglichen mehr Flexibilität und schlankere Prozesse: „Durch die Nähe zu unseren Kunden und die Produktion vor Ort sparen wir Zeit und minimieren unsere Reaktionszeiten. Die Entwicklung individueller Bearbeitungslösungen kann lokal und in enger Abstimmung mit den Anwendern erfolgen“, so Kress.

Handelskriege bereiten Unternehmen Sorgen

Derweil sorgt auch bei Mapal die aktuell rückläufige Konjunktur für Sorgen, wie Dr. Jochen Kress im August auf Anfrage dieser Zeitung einräumte: „Nach einem erfolgreichen Jahr 2018 verspüren wir im laufenden Geschäftsjahr eine Eintrübung, so wie die gesamte Branche.“ Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten wie der Handelskrieg zwischen den USA und China, aber auch strukturelle Veränderungen, etwa durch Elektromobilität und Digitalisierung, verursachten die momentane konjunkturelle Delle: „Aktuell sind die Mitarbeiter dazu angehalten, Überstunden zu reduzieren und Stundenkonten abzubauen. Zudem stellen wir Investitionen auf den Prüfstand und schärfen das Kostenbewusstsein“, so Kress.

Digitalisierung wird forciert

Unabhängig von der derzeitigen Konjunktur habe sich Mapal strategisch so ausgerichtet, dass man bei Schwankungen bestmöglich handeln könne. „Wir haben Mapal durch Diversifikation auf ein breites Fundament gestellt, um auf einen strukturellen Wandel reagieren zu können“, so Kress, der hinzufügt: „Wir engagieren uns beispielsweise stark in weiteren Branchen neben unserer Hauptbranche, der Automobilindustrie. So forcieren wir unsere Aktivitäten unter anderem im Werkzeug- und Formenbau oder der Luftfahrtindustrie.“ In letzterer Branche ist Mapal vor allem in Frankreich stark aufgestellt, die Aalener wollen weitere Märkte erschließen. Dort sieht Kress noch „Reserven“. Auch den US-amerikanischen Markt hat Kress im Blick. Der sei der wichtigste der Welt.

Nicht zuletzt ist da noch die Digitalisierung, die Mapal mit einer eigens gegründeten Firma voran treibt. „Mit unserem Start-up c-Com erschließen wir uns zudem neue Geschäftsfelder und bieten digitale Dienstleistungen rund um das Werkzeug.“ Inzwischen sind dort mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigt.

© Wirtschaft Regional 06.09.2019 21:12
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