Region wird dreimal digitaler

Zukunftstechnologien Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut eröffnet das Digitalisierungszentrum Ostwürttemberg mit einem virtuellen Rundgang in Aalen.
  • Haben die Eröffnung des neuen Digitalisierungszentrums Ostwürttemberg begangen (von links): Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler, IHK-Präsident Markus Maier, IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister Kraut und Landrat Klaus Pavel. Foto: Peter Hageneder

Aalen

Die beiden Standorte des Digitalisierungszentrums Ostwürttemberg (DigiZ) in Aalen und Schwäbisch Gmünd sind bereits am Start, auf dem Heidenheimer WCM-Gelände wird derzeit noch gebaut: Dennoch ist Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut schon jetzt ins Aalener IHK-Bildungszentrum gekommen, um die regionale Anlaufstelle für Unternehmen offiziell zu eröffnen. An seinen drei Standorten bietet das DigiZ Beratung, Workshops, Vorträge, Netzwerktreffen, Impulsveranstaltungen und Ausprobier-Möglichkeiten für alle Unternehmen, die sich und ihre Mitarbeiter fit für die Digitalisierung machen möchten.

„Wo sich Tüftler zusammentun, da entsteht der Nährboden für Innovation“, so die Ministerin. „Wir sind verdammt dazu dass wir die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, denn andere tun es bereits“, sagte sie den rund 200 Besuchern mit Blick auf die Konkurrenten Baden-Württembergs aus China und den USA. Genau diesem Zweck dienen die Digitalisierungszentren oder Digital Hubs, von denen landesweit zehn in einem Wettbewerb gekürt wurden. Das ostwürttembergische Zentrum, das durch seine Verteilung auf drei Standorte besonders hervorsticht, wird mit zusammen rund einer Million Euro vom Ministerium gefördert. Federführung hat die IHK Ostwürttemberg, Förderer sind der Ostalbkreis, der Kreis Heidenheim sowie zahlreiche regionale Unternehmen.

Drei Standorte in Gmünd, Aalen und Heidenheim

Die ostwürttembergischen Standorte erkundete die Ministerin gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle und den Eröffnungsbesuchern auf einer Großleinwand: Eine Virtual-Reality-Anwendung machte den Gang durch die Digitalisierungszentren möglich.

Den Standort Schwäbisch Gmünd, der an die Wissenswerkstatt eule angedockt ist, präsentierte Landrat Klaus Pavel. „Das DigiZ soll ein Teilchenbeschleuniger digitaler Innovationen sein“, merkte er an. Das entspricht auch der Zielsetzung von Aalens OB Thilo Rentschler, der das DigiZ in seiner Stadt vorstellte: Es befindet sich im ehemaligen IHK-Bildungszentrum und ist verknüpft mit dem Innovationszentrum AAccelerator. OB Bernhard Ilg schließlich gab einen Vorgeschmack auf die Heidenheimer Einrichtung, die mit Räumen zum Kommunizieren und Arbeiten sowie einem Gebäudeteil, der dem Tüfteln und Ausprobieren gewidmet ist, zweigeteilt sein wird.

Wir sind verdammt dazu dass wir die Chancen der Digitalisierung nutzen.

Nicole Hoffmeister-Kraut
Wirtschaftsministerin

Markus Maier, Präsident der IHK-Ostwürttemberg, zeigte sich stolz auf die neue Einrichtung, die Unternehmen auf dem Weg in die digitale Zukunft zur Seite stehe und für Akzeptanz sorge: „Bei der Digitalisierung stellt sich nicht nur die Frage des technisch Machbaren, sondern auch die Frage, wie wir Unternehmen auf diesem Weg begleiten.“

Bereits in den vergangenen Monaten hat sich laut Maier viel am DigiZ getan: So veranstaltete das Team um Hub-Manager Peter Schmidt und Referentin Sarah Wörz bereits rund 40 Impulsaktivitäten. Es entstand ein 20 Firmen starkes IT-Netzwerk und mehr als 50 Firmen sind in Kontakt mit dem Digitalisierungszentrum getreten, um sich beraten zu lassen.

Für den Landkreis Heidenheim lobte der Erste Landesbeamte Peter Polta das Digitalisierungszentrum als „konkrete und niederschwellige Anlaufstelle“ sowie Infostelle und Plattform: „Mit dem DigiZ unterstützen wir Unternehmen, den digitalen Anschluss zu halten und zu bekommen.“

Einen interaktiven Vortrag hielt anschließend der Mentalist, Chemiker und Buchautor Dr. Florian Ilgen. Mit Suggestionsexperimenten führte er dem Publikum vor, wie das Unterbewusstsein funktioniert und wie Menschen mit der angeborenen Angst vor Veränderung umgehen können. „Wenn Bewusstsein und Unterbewusstsein an einem Strang ziehen, sind wir erfolgreich“, erklärte er.

Bei der Schau „Zukunft erleben“ im Untergeschoss des IHK-Bildungszentrums hatten die Besucher die Gelegenheit, neue Technologien kennenzulernen: 18 Aussteller präsentierten dort digitale Lösungen.

© Wirtschaft Regional 11.07.2019 20:03
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