Kreisbau auf Wachstumskurs

Immobilien Die Baubranche boomt, die Kreisbau Ostalb profitiert. Im vergangenen Jahr hat die Genossenschaft erneut gut gewirtschaftet – dank neuer Projekte und einer guten Nachfrage nach Wohnraum.
  • Eines der neuesten Projekte der Kreisbau: ein Wohnpark in Iggingen. Mit dem Bau soll im kommenden Jahr begonnen werden. Visualisierung/Fotos: Kreisbau
  • Georg Ruf

Aalen

Auch wenn die Wolken am konjunkturellen Himmel Stück für Stück düsterer werden – der Bau- und Immobilienbranche geht es weiter prächtig. Die Rahmenbedingungen für den Bausektor sind gut und auch die Wohnungsnachfrage ist konstant hoch. Davon profitiert die Kreisbau Ostalb. Im Jahr 2018 hat der institutionelle Immobiliendienstleister im Ostalbkreis einen Jahresüberschuss von rund 814 000 Euro erwirtschaftet. Die Bilanzsumme wächst – die Zahl der Projekte ebenfalls.

Die Genossenschaft ist weiterhin in allen Geschäftsbereichen auf Erfolgskurs. Das spiegelt sich in den Zahlen wider. Die Bilanzsumme ist seit 2010 von 44,9 Millionen auf nun 57,2 Millionen Euro gestiegen. Die Eigenkapitalquote hat sich in 2018 gegenüber dem Vorjahr von 27,8 auf 28,7 Prozent gesteigert. Die Zahl der Mitglieder legt seit Jahren zu. Das hängt vor allem mit den zahlreichen Neubauprojekten der Kreisbau zusammen. Zudem investieren Kapitalanleger vermehrt bei der Genossenschaft, was einen deutlichen Anstieg der Geschäftsanteile zur Folge hat. Waren es am 1. Januar 2016 noch 5769 gezeichnete Anteile, stieg diese Zahl auf 8572. Die Mitglieder sollen vom aktuellen Erfolg des Unternehmens profitieren, Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen eine Dividendenausschüttung von drei Prozent bei der Mitgliederversammlung im September.

Einer der Gründe für die gute Entwicklung: „Die Nachfrage nach hochwertig ausgestatteten Wohnungen in den Städten und Gemeinden im Ostalbkreis, vor allem entlang der Entwicklungsachse der B29, ist weiterhin sehr hoch“, betont Vorstand Georg Ruf. Entsprechend groß ist die Zahl der aktuellen Projekte.

Der zweite Bauabschnitt des Bauprojekts „Wohnen im Park“ in Aalen-Wasseralfingen mit 22 Eigentumswohnungen wurde im Jahr 2018 abgeschlossen und alle Wohnungen an die Käufer übergeben werden, so Ruf. Auch das Bauvorhaben „Wohnen am Rosenstein“ in Heubach mit 19 Wohnungen und einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Senioren wurde bereits vollständig verkauft und ist zwischenzeitlich an die neuen Eigentümer übergeben. Im Aalener Stadtoval baut die Kreisbau in zentraler Lage nach den Plänen von Architekt Prof. Werner Sobek. Das Ensemble mit 26 Wohnungen wurde bereits vor Baustart vollständig verkauft und wird zukünftig technisch und kaufmännisch von der Kreisbau betreut. 2019 plant die Genossenschaft Neubauprojekte in Essingen und Gmünd.

Die Nachfrage ist weiterhin sehr hoch.

Georg Ruf
Vorstand Kreisbau Ostalb

Das Maklergeschäft hat die Kreisbau bereits ausgebaut. Im Hinblick auf die weiteren Bauträgerobjekte werde der Bereich Marketing und vor allem die Maklertätigkeit kontinuierlich verstärkt, so das Unternehmen weiter. In Zeiten hoher Mieten und einer anhaltend hohen Nachfrage auf dem Mietwohnungsmarkt sei die Kreisbau im preisgünstigen Segment ein beispielgebendes Unternehmen, betont Ruf. Rund 6,10 Euro Miete pro Quadratmeter seien ein starkes Zeichen der sozialen Nachhaltigkeit der Genossenschaft. „Wir haben Mieter, die 40 bis 50 Jahre in ihrer Kreisbauwohnung leben. Die durchschnittliche Mietdauer beläuft sich auf elf Jahre“, so der Vorstand. Die Verweildauer der Mieter in den Wohnungen sowie der Mieterkreis würden jedoch stark von der Qualität des Wohnraums abhängen. Daher investiere man in den Wohnungsbestand.

2018 wurde etwa das Wohnhaus „Beim Altersheim 13“ in Bopfingen mit acht Wohnungen modernisiert und saniert. Dieses Jahr startete die Sanierung des Bestandsgebäudes in der Rembrandtstraße in Wasseralfingen. Auch die Leerstandssituation hat die Kreisbau im Griff. Im Jahr 2018 lag die durchschnittliche Gesamtleerstandsquote bei 1,2 Prozent – ein Wert, der realistisch betrachtet nicht mehr unterschritten werden könne und einer Vollvermietung entspreche, so Ruf.

Immobilienmanagement wächst stetig

Auch die Bereiche Gebäudemanagement und Zwischenvermietung wuchsen. Weiter ausbauen will die Kreisbau den Geschäftszweig Mietverwaltung, der sich immer mehr zu einem Immo-Management für Kapitalanleger entwickle. „Von der Vermietung der Wohnungen oder des Gebäudes über die Betreuung der Mieter bis hin zur Erstellung der jährlichen Betriebskostenabrechnung übernimmt die Kreisbau die kaufmännische und technische Betreuung der Immobilie“, sagt Vorstand Ottmar Schweizer. Im Bauträgerbereich werden nach dem Motto „Sale and lease back“ von der Genossenschaft Neubauprojekte an Investoren verkauft, anschließend komplett zurück gemietet und ebenso kaufmännisch und technisch betreut.

© Wirtschaft Regional 14.06.2019 15:12
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