Logistik gestaltet die Zukunft

Kongress Mehr als 200 Besucher und hochkarätige Referenten machten den Logistikkongress in Heidenheim zu einem Erfolg. Experten erklärten, wie sich die wachsende Branche zukunftsfähig aufstellt.
  • Groß war das Interesse am Kongress „Logistik gestaltet Zukunft: Digitalisierung – gelebte Realität“, besonders auch unter Studierenden. Foto: WIRO

Heidenheim

In Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heidenheim, der IHK Ostwürttemberg, dem Regionalverband Ostwürttemberg sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg (WiRO) hat der Landkreis Heidenheim an der DHBW Heidenheim einen Logistikkongress unter dem Titel „Logistik gestaltet Zukunft: Digitalisierung - gelebte Realität“ veranstaltet. Knapp 200 Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie zahlreichen Unternehmen aus dem Bereich Transport und Logistik nahmen an der Veranstaltung teil.

Erfreulich nannten die Veranstalter das große Interesse seitens der Studierenden des Studiengangs BWL - Spedition, Transport & Logistik der DHBW Heidenheim. Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Ersten Landesbeamten Peter Polta sowie Prof. Rainer Przywara, Rektor der DHBW Heidenheim. Die weitere Moderation leitete Studiengangsleiter Prof. Alexander Rief. Das Nachmittagsprogramm war gefüllt mit Vorträgen und Kurz-referaten, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Blickwinkeln von Experten erfuhren, wie sich die Logistikbranche zukunftsfähig aufstellt, warum Logistikansiedlungen für einen Wirtschaftsstandort sinnvoll und notwendig sind und welcher Mehrwert für alle Beteiligten daraus entsteht.

Zum Einstieg gab Wolfgang Stölzle, Professor für Logistikmanagement und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Supply Chain Management an der Universität St. Gallen, anhand der Studie „Digitalisierungswerkzeuge in der Logistik: Einsatzpotenziale, Reifegrad und Wertbeitrag“ einen umfassenden Überblick zum Digitalisierungsgeschehen in der Logistik sowie aktuelle Einblicke für Logistikdienstleister.

Anschließend veranschaulichten Praktiker aus den Unternehmen BSH Hausgeräte GmbH, GROUP7 AG, MAN und Seifert Logistics Group anhand von Beispielen, wie innovative Digitalisierungsprojekte im Bereich Logistik bereits jetzt erfolgreich umgesetzt werden und dadurch neben Effizienzsteigerungen gleichzeitig ein Beitrag im Bereich Ressourcen- und Umweltschutz geleistet wird.

Tobias Bernecker, Professor für Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik an der Hochschule Heilbronn und Leiter des Kompetenzzentrums LOGWERT, zeigte auf, wie Gewerbeflächen für Logistik in Zeiten der Digitalisierung sinnvoll genutzt werden können. Auch sein Vortrag verdeutlichte, dass produktionsnahe Logistikflächen von volkswirtschaftlichem und umweltpolitischem Nutzen sind. Logistik werde zwar immer Flächen benötigen, durch Digitalisierung könne deren Nutzung jedoch effizienter gestaltet werden.

Logistik wird immer Flächen benötigen, durch Digitalisierung kann die Nutzung effizienter werden.

Prof. Dr. Tobias Bernecker
Hochschule Heilbronn

Die Sorge, Digitalisierung führe zu Arbeitsplatzverlusten, relativierte Bernecker, da mit der neuen Entwicklung die Nachfrage nach Fachkräften sogar weiter steige.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die TeilnehmerInnen im Rahmen eines moderierten Podiumsgesprächs mit Bernecker, Thomas Eble (Regionalverbandsdirektor), Dieter Henle (Oberbürgermeister Stadt Giengen), Thomas Schwarz (Spedition Schwarz) sowie Heiner Matthias Honold (Spedition Honold) die Gelegenheit, Fragen zu stellen sowie ihre Sichtweise zur Thematik einzubringen und zu diskutieren. Hier wurde nochmals deutlich, dass noch einiges an Aufklärungsarbeit in Bezug auf die Logistikbranche zu leisten sei, an der sich auch insbesondere die Logistikunternehmen beteiligen müssten.

Logistik kämpft noch immer mit Rechtfertigungsproblem

So kämpfe die Logistikbranche nach wie vor mit einem Rechtfertigungsproblem was das Verhältnis der Zahl an Arbeitsplätzen pro Flächenverbrauch beträfe. Dabei dürfe Logistik nicht als unabhängige Branche betrachtet werden, sondern als elementarer Teil der Produktion, von der zahlreiche Arbeitsplätze der Region abhingen. Größere Entfernungen zu Infrastrukturknoten würden den Verkehr in den Ortschaften beziehungsweise auf den Straßen erhöhen und die Umwelt mit nachweislich höheren CO2-Werten unnötig belasten sowie die Wirtschaftskraft mindern.

Veranstalter, Referenten und Teilnehmer waren einig, dass ein Produktionsstandort mit hoher Exportquote wie die Region Ostwürttemberg auf die Ausweisung sinnvoller Logistikflächen angewiesen ist, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Infrastruktur optimal und umweltschonend zu nutzen.

© Wirtschaft Regional 13.06.2019 19:24
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