Hochschulen als Sprungbrett für Firmengründungen

Start-ups Damit neue Ideen und Technologien ihren Weg aus den Hochschulen in die Praxis finden, kooperiert die Aalener Hochschule mit zwei weiteren Instituten.
  • Stefan Maier (2.v.r.) hat beim Ideenwettbewerb von stAArt-UP! gewonnen und treibt mit Preisgeld seinen mobilen IT-Service voran. Ihm gratulierten Frank Motte von der Hochschule, Sparkassendirektor Andreas Götz und Christian Kling, stAArt-UP!de-Projektleiter (v.l.) Foto: Andrea Heidel

Aalen

Durch die fortschreitende Digitalisierung müssen sich nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen vermehrt mit der IT-Welt auseinandersetzen. Ältere, aber auch weniger technikaffine Menschen fühlen sich mit der fortschreitenden Technik im Alltag oftmals überfordert. So kam Stefan Maier auf die Idee, einen mobilen IT-Service aufzubauen.

Mit IT-Themen beschäftigt sich der 34-jährige Aalener schon länger, schließlich ist er an der Hochschule Aalen für die IT in der Fakultät Elektronik und Informatik zuständig. Als die Gründungsinitiative der Hochschule Aalen „stAArt-UP!de“, 2017 einen Ideenwettbewerb veranstaltete, war dies für Stefan Maier der Anlass, seine Idee „MobitCar“ – die er schon lange im Kopf hatte – endlich auch konkret auszuarbeiten. Bei der Challenge 2017 gewann er in der Kategorie „Renditekönig“ und will nun mit dem Preisgeld seine Idee weiter vorantreiben.

Genau dafür haben die drei Hochschulen Aalen, Reutlingen sowie die Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart im Jahr 2016 das Kooperationsprojekt „Spinnovation“ ins Leben gerufen und eine Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg erhalten.

Inzwischen wurden zahlreiche Konzepte für Sensibilisierungs- und Begeisterungs-Workshops, Ideen- und Geschäftsmodell-Seminare, Gründerwettbewerbe, Bootcamps für Gründungsinteressierte, intensive Coachings in der Gründungsphase oder Summer Schools entwickelt und unter den Verbundpartnern ausgetauscht.

An allen drei Hochschulen werden darüber hinaus im Curriculum fest verankerte Lehrveranstaltungen zum Thema Existenzgründung angeboten. Auch hier profitieren die Partner von den Erfahrungen und dem Know-how der jeweils anderen Hochschulen.

Die Zahlen sprechen für sich: Allein im Sommersemester 2018 konnten in den unterschiedlichsten Formaten und Veranstaltungen an den drei Hochschulen insgesamt über 3000 Studierende erreicht und für das Gründungsthema sensibilisiert werden. Durch diese möglichst frühzeitigen, positiven Erfahrungen während des Studiums sollen die Studierenden dafür gewonnen werden, sich mit Innovationen und unternehmerischem Denken auseinanderzusetzen. Sie können in einem geschützten Rahmen ihre Ideen risikolos durchspielen und entwickeln.

Fast 400 Studierende haben dies auch getan und während des Sommersemesters aus ihrer Idee ein konkretes Geschäftsmodell entwickelt – und damit die Projektvorgaben bereits jetzt um ein Vielfaches übertroffen. Zu den Semester-Highlights zählen die Projektpartner unter anderem den europaweiten Ideenwettbewerb EBMC, initiiert von der HdM, an dem die beiden anderen Hochschulen in der Jury und als Teilnehmer vertreten waren. Ein weiterer Höhepunkt ist auch die Veranstaltung „Start-up Stories“, zu der dieses Jahr Wissenschaftsministerin Theresia Bauer an die Hochschule Reutlingen kam.

„Spinnovation“ Mit insgesamt acht Millionen Euro fördert das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg im Zeitraum von 2016 bis 2019 Projekte, die helfen, an den Hochschulen eine lebendige Gründungskultur zu etablieren sowie neue Studien- und Lehrkonzepte zu entwickeln. Diese sollen den Studierenden die Möglichkeit bieten, reale Innovations- und Gründungsprojekte zu erleben und umzusetzen.

© Wirtschaft Regional 06.12.2018 17:42
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