Härer wächst am Stammsitz Lorch

Erweiterung Der Formenbauer nimmt eine neue Halle in Betrieb. Die Millionen-Investition soll der „Eckpfeiler fürs künftige Wachstum“ sein – doch sie ist auch Befreiungsschlag.
  • Inzwischen führt die dritte Generation der Familie Härer das Unternehmen: Christoph Härer, Konstanze Höchsmann, Ulrich Härer, Jörg Härer (von links).
  • Dank der insgesamt rund 2500 Quadratmeter großen neue Halle verdoppelt sich die Produktionsfläche des Formenbauers Härer. Fotos: rs

Lorch

Mehr als vier Millionen Euro hat der Formen- Härer an seinem Stammsitz investiert. Am Freitag wurde die Erweiterung offiziell eröffnet. Mit dem „Bekenntnis zum Standort“ will das Familienunternehmen den „Eckpfeiler für das künftige Wachstum setzen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Ulrich Härer. Der Neubau ist zudem ein Geschenk des Unternehmens an sich selbst: Die Lorcher feiern in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag.

Jedoch ist die Erweiterung für Härer ebenso ein Befreiungsschlag: Die Produktionsfläche verdoppelt sich auf rund 3600 Quadratmeter. „Wir haben investiert, weil wir mehr Raum und zusätzliche Reserven für die Zukunft brauchen“, so der Geschäftsführer weiter. Zudem habe man die Chance genutzt, die neuste Infrastruktur zu integrieren und die Arbeitsbedingungen passend zu den Anforderungen zu gestalten.

Härer entwickelt, fertigt und repariert Druck- und Spritzgießformen und -werkzeuge, vor allem für die Automobilindustrie und deren Zulieferer. Zu den Kunden der Lorcher gehören namhafte Konzerne wie Mercedes-Benz, VW, Porsche und BMW. Die Auftragslage bei Härer ist gut, dennoch mahnt der Geschäftsführer: „Der technologische Wandel in der Antriebstechnologie findet statt. Diese Themen fordern uns, aber wir werden uns ihnen stellen.“

Das Unternehmen war im Jahr 1979 von Schorndorf, wo Alfred Härer die Firma in einer Garage gegründet hatte, nach Lorch gezogen. Eine gute Entscheidung, wie Ulrich Härer auch heute noch findet. „Die Stadt hat uns damals mit offenen Armen empfangen. Der Standort passt perfekt für uns.“ Die Infrastruktur sei gut ausgebaut, der Verkehr noch nicht so stark wie im Raum Stuttgart. Zudem tue sich Härer hier leichter, Mitarbeiter zu finden. Und die braucht die Firma angesichts des Wachstums.

Dritte Erweiterung des Stammsitzes in Lorch

Wir brauchen Raum und zusätzliche Reserven für die Zukunft.

Ulrich Härer
Geschäftsführer

Inzwischen ist die Zahl der Beschäftigten auf 70 angewachsen, davon sind zehn Auszubildende. Auch für sie ist die Erweiterung ein Meilenstein. „Bei der Planung haben wir viel Wert auf die Arbeitsbedingungen gelegt“, erklärt Christoph Härer, Gesellschafter und Prokurist, der die Konzeption des Neubaus geleitet hat. So verfügt der Anbau über eine Kantine und Sozial- sowie Schulungsräume. Bereits 1989 und 2001 war die Fabrik erweitert worden.

„Durch die neuerliche Erweiterung haben wir die Möglichkeit, unsere gesamten Prozesse neu zu strukturieren und zu optimieren“, sagt Christoph Härer, der auch Geschäftsführer der Tochterfirma Haero Carbon GmbH ist, die mit eigenem Prototypen- und Werkzeugbau Carbonteile für Sport und Freizeit, aber auch für Automotive, Maschinenbau und Medizintechnik fertigt. Zudem habe man die Logistik dank des Neubaus neu aufgestellt. Im Neubau ist die Montage untergebracht.

Härer wird auch nach Eröffnung des Neubaus weiter am Stammsitz investieren. Rund 800.000 Euro kostet ein neues Tieflochbohrzentrum, mit knapp einer Million Euro ist ein Fünfachsfräszentrum veranschlagt.

Auch Lorchs Bürgermeister Karl Bühler war ob der Investition der Härers erfreut. „Das ist ein schöner Tag für unsere Stadt. Wir freuen uns, dass wir eine Firma diesen Kalibers am Standort haben.“ Auch Karl Kurz, Finanzdezernent des Ostalbkreises, war nach Lorch gekommen, um den Härers gratulieren – und erklärte: „Viele blicken beim Thema Innovationen neidisch über den Großen Teich, zu Google oder nach Silicon Valley. Ich finde, wir müssen den Blick nicht so weit schweifen lassen: Die Firmen im Ostalbkreis haben eine große Innovationskraft. Härer ist dafür das beste Beispiel.“

© Wirtschaft Regional 12.10.2018 17:53
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