Immer in der Nachweispflicht

Gmünder-Gründertreff Großes Interesse an der Veranstaltung „Start-up Wednesday“ im „in:it co-working lab“. Detlef Dietrich informierte über Steuern.
  • Das Interesse an der Auftaktveranstaltung zur Reihe „Start-Up Wednesday – Der Gmünder Gründertreff“ im „in:it co-working lab“ war groß. Detlef Dietrich (r.) referierte über Steuern. Foto: -wh-

Schwäbisch Gmünd

Da zeichnet sich eine besondere Erfolgsgeschichte in der Wirtschaftsförderung der Stadt Schwäbisch Gmünd ab: Das Interesse am neuen „in:it co- working lab“ im früheren Telekom-Gebäude, dem innovativen Platz für Gründer von heute und morgen, und an den dort angebotenen Themen ist riesig. Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Start-up Wednesday – Der Gmünder Gründertreff“ kamen rund 35 überwiegend junge Frauen und Männer, die sich als Studierende oder bereits als Festangestellte in einem Unternehmen ernsthaft mit dem Gedanken einer Existenzgründung befassen bzw. eine solche schon vollzogen haben. „Die große Beteiligung bestätigt die Richtigkeit und die Notwendigkeit dieses neue Format für Start-ups und Existenzgründer zu etablieren“, freute sich Alexander Trautmann, der Manager des co-working lab.

Detlef Dietrich, Steuerberater und Lehrbeauftragter für Steuerrecht am Karlsruher Institut für Technologie /KIT) referierte am Mittwoch in einem spannenden Vortrag über das Thema „Steuern für Existenzgründer“. Dabei erklärte er Grundsätzliches über die Unternehmenssteuern, beschrieb die sieben Arten der Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer, die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer und definierte die Unterschiede und Besonderheiten. Weitere Themen des Referenten waren Punkte wie der Beginn der Steuerpflicht und die Folgen daraus oder die Stolperfallen der Wahl der verschiedenen Rechtsformen wie Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften.

Einen breiten Raum nahm Dietrichs Erklärung der Gewerbesteuer in Zusammenhang mit den lokal unterschiedlichen Hebesätzen und deren Entlastungsmöglichkeiten daraus ein.

Denken Sie von Anfang an Ihre Altersvorsorge

Detlef Dietrich, Steuerberater

Ausdrücklich mahnte Detlef Dietrich die Existenzgründer, von Anfang an darauf zu achten, die Vorsorge für das Alter im Blick zu haben. Wichtig sei auch, alle Vorgänge zu dokumentieren und die Bücher ordentlich zu führen: „Sie sind gegenüber dem Finanzamt immer in der Nachweispflicht.“ Besonders gelte dies bei umsatzsteuerrelevanten Vorgängen: „Die Umsatzsteuer ist sehr anfällig für Betrug, die Finanzbehörden überprüfen hier penibel genau.“ Dietrich beantwortete ausführlich viele Detailfragen aus den Reihen der Teilnehmer, zum Beispiel, welche Bedeutung ein Zweitwohnsitz für die Steuererklärung hat.

Im Anschluss an den Impulsvortrag luden Andreas Trautmann und der städtische Wirtschaftsbeauftragte Alexander Groll die Teilnehmer zum Networking ein. Bis spät in den Abend hinein wurden Ideen, Informationen, Kontaktdaten und Meinungen ausgetauscht. „Genau das fehlte bisher in der Gmünder Gründerszene“, sagte Alexander Trautmann, „deshalb werden wir auch das Gründer Grillen nach Gmünd holen“. Als Termin ist Donnerstag, 26. Juli 2018, vorgesehen.

Das nächste „Start-Up-Wednesday“ findet am Mittwoch, 12. September, um 19 Uhr wieder im „in:it co-working“ lab statt. Für die monatliche Reihe wünschten sich die Teilnehmer Informationen zu den Themen Finanzierung, Vertragsrecht, Marketing und Datenschutz.

© Wirtschaft Regional 06.07.2018 19:10
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