Weleda: Mega-Invest in Gmünd

Investitionssumme im dreistelligen Millionenbereich - Noch drei Standorte in der Auswahl
  • Der Platz wird knapp, deshalb soll ein Neubau her. Hier der Weleda-Standort in der Möhlerstraße 3.

Dass der Naturkosmetik- und Arzneimittelhersteller Weleda in Gmünd bauen wird und weiter auf seinen größten Standort setzt, war bereits seit Monaten klar. Nun wird deutlich: Das Projekt hat größere Dimensionen als bislang angenommen. Wie das Schweizer Unternehmen bei seiner Bilanzpressekonferenz am Donnerstag erklärte, wird Weleda einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Geplant ist eine neue Produktion samt Logistikzentrum. Aktuell seien noch drei Standorte im Rennen, wie Finanzvorstand Michael Brenner sagt. Alle drei befänden sich auf Gmünder Gemarkung. "Wir wollen auf jeden Fall in Gmünd bleiben", so der Weleda-Finanzchef ohne konkrete Standorte zu nennen. 

Der Neubau ist allein deshalb notwendig, weil Weleda am Standort Gmünd aus allen Nähten platzt. In der Stadt und der Region betreibe man alleine acht Logistikstandorte. "Zudem sind wir seit 2000 um rund 400 Prozent gewachsen", so Brenner. Bislang habe man das Wachstum durch Improvisation und fortlaufende Investitionen in den Standort managen können, jetzt soll allerdings der große Befreiungsschlag kommen.

Noch in diesem Jahr will man sich für einen Standort entscheiden. Die Firma benötigt wohl eine Fläche von sieben bis acht Hektar. Mit dem Bau soll im Jahr 2020 begonnen werden, Ende 2021 könnte dann das neue Logistikzentrum in Betrieb gehen, zwei Jahre später dann die Produktion starten. Brenner betonte jedoch: "Wir befinden uns aktuell noch in der Konzeptionsphase." Der Kontakt zur Stadt Gmünd sei dabei eng. "Wir werden sehr gut unterstützt", so Brenner weiter. Die Ambitionen sind auf jeden Fall groß: "Unsere Vision ist, einen Leuchtturm für Produktivität, Nachhaltigkeit und Arbeitsplatzattraktivität zu bauen", erklärte Brenner. 

Der Neubau ist dabei aber kein Selbstzweck, wie der Finanzchef betont. "Wir brauchen diesen Neubau, wenn wir unsere Pläne realisieren wollen." Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seinen Umsatz um 2,8 Prozent auf rund 400 Millionen Euro gesteigert. Weleda will vor allem in den internationalen Märkten wachsen. Auch die finanzielle Basis für die Investition ist gut. Die Eigenkapitalquote stieg erneut auf 47 Prozent. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren, nach der Krise des Unternehmens, lag sie noch bei 22 Prozent. 

© Wirtschaft Regional 07.06.2018 12:35
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