Gesundheit im Betrieb wird immer wichtiger

Tagung Rund 220 Vertreter aus Wissenschaft, Betrieben, Verbänden, Ministerien und Behörden befassten sich in der Hochschule Aalen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement.
  • Bereits zum siebten Mal trafen sich Experten zur Fachtagung in der Hochschule Aalen. Foto: Südwestmetall

Aalen

Wer sich über die neuesten Entwicklungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) informieren will, der ist in Aalen richtig: Die Fachtagung, die der Arbeitgeberverband Südwestmetall nun bereits im siebten Jahr gemeinsam mit der Hochschule Aalen veranstaltete, hat sich zu einem wichtigen landesweiten Forum für BGM-Experten entwickelt. Rund 220 Vertreter aus Wissenschaft, Betrieben, Verbänden, Ministerien und Behörden befassten sich hier wieder in der Hochschule Aalen mit Fragen zum Gesundheitsmanagement. Im Mittelpunkt standen diesmal die Wege zu einer ganzheitlichen BGM-Organisation.

„Wer BGM gestalten will, muss wissen, dass es nicht nur um Maßnahmen zur Gesundheitsförderung geht“, erläuterte Kai Schweppe, Geschäftsführer Arbeitspolitik bei Südwestmetall: „Vielmehr soll BGM gesetzlichen Arbeitsschutz, gesetzliches Eingliederungsmanagement sowie freiwillige Gesundheitsförderung im Betrieb nachhaltig miteinander verknüpfen.“ Das umfasse auch Aspekte wie Organisations- und Personalentwicklung. „Am Ende ist dann das Ganze deutlich mehr als seine einzelnen Bestandteile“, unterstrich Schweppe.

Prof. Dr. Dieter Ahrens vom Studienbereich Gesundheitsmanagement der Hochschule Aalen verwies in seinem Vortrag auch auf die Bedeutung einer gesundheitsförderlichen Organisationskultur im Unternehmen, „einer Kultur also, in der Gesundheit einen Wert darstellt.“

BGM wird angesichts der Entwicklungen immer wichtiger

Die umfassenden Maßnahmen der Unternehmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung hätten nachweislich zu einer Verbesserung der Gesundheit der Beschäftigten beigetragen, sagte Schweppe. So müssten immer weniger Arbeitnehmer vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus dem Erwerbsleben ausscheiden. „Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung, der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und des zunehmend schwerer zu deckenden Fachkräftebedarfs wichtig“, sagte er.

BGM müsse für die Unternehmen aber freiwillig bleiben, betonte der Arbeitgebervertreter, denn auf Betriebsebene könne am besten entschieden werden, welche Maßnahmen sinnvoll und welche Anreize für ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Beschäftigten effektiv sind. „Gestaltungsspielräume und Flexibilität auf betrieblicher Ebene müssen deshalb auf jeden Fall gewahrt bleiben“, sagte Schweppe

© Wirtschaft Regional 17.05.2018 20:34
2768 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?