Varta trotzt Corona - Umsatz soll sich verdoppeln

In diesem Jahr will Varta das Wachstumstempo nochmals erhöhen. Umsatz soll 2020 auf bis zu 800 Millionen Euro steigen. 

  • Die Varta AG will 2020 mehr als 700 Millionen Euro Umsatz erzielen.

Ellwangen. Die Varta AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 362,7 Millionen Euro, der operative Gewinn verdoppelte sich gar auf 97,5 Millionen Euro. „Die starken Geschäftszahlen unterstreichen die Wachstumsdynamik des Konzerns“, erklärt Vorstandschef Herbert Schein. Für das Jahr 2020 rechnet er mit dem nächsten Meilenstein. Dann soll sich der Umsatz auf 700 bis 800 Millionen Euro verdoppelt. Trotz Pandemie. 

„Wir sehen derzeit keine Beeinträchtigungen unseres Geschäfts infolge des Coronavirus und haben alle denkbaren Maßnahmen getroffen, um unsere Mitarbeiter und unser Unternehmen zu schützen“, so Schein. „Durch die hohe Nachfrage nach unseren Lithium-Ionen-Batterien werden wir die Produktionskapazitäten weiter massiv ausbauen und das dynamische Wachstum fortsetzen.“ Das operative Ergebnis soll ebenfalls wachsen und einem Bereich zwischen 175 und 185 Millionen Euro liegen – trotz der massiven Investitionen von mehr als 125 Millionen Euro in die Standorte Ellwangen und Nördlingen.

„Wir haben das hohe Wachstumstempo im letzten Geschäftsjahr weiter gesteigert und die Profitabilität erneut verbessert“, erklärt Finanzchef Steffen Munz. „Unsere gesunde Bilanz mit hoher Eigenkapital-Quote und geringer Verschuldung, kombiniert mit einem weiterhin erwarteten soliden operativen Cash Flow aus der Gruppe, ermöglichen die Finanzierung von weiteren Investitionen in den Ausbau der Produktionskapazitäten.“ Varta sehe dem Jahr 2020 zuversichtlich entgegen.

Blick in die einzelnen Geschäftsbereiche 

Wie in den Vorjahren ist vor allem das Segment Microbatteries kräftig um 37,7 Prozent auf 301,5 Millionen Euro gewachsen. Das mit Abstand stärkste Umsatzwachstum haben die Ellanger bei den wiederaufladbaren Lithium-Ionen Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer, erzielt. Hintergrund sei die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem weiterhin dynamisch wachsenden Markt. Bei den Hörgeräte-Batterien habe der Konzern seine weltweite Marktposition in einem strukturell wachsenden Markt weiter ausgebaut. Varta profitiere derzeit vom Trend zu wiederaufladbaren Hörgeräten und dem unterjährig angelaufenen Neugeschäft mit einer führenden US-amerikanischen Handelskette. Das bereinigte Ebitda ist um 99,7 Prozent auf 94,4 Millionen Euro angestiegen.

Auch im Segment Power & Energy ist der Umsatz um 17,4 Prozent auf 60,8 Millionen Euro gewachsen. Das Segment profitierte vor allem ß von einem neuen Kundenauftrag im Bereich der Batteriepacks mit einem deutschen Premiumhersteller für Elektrogeräte. Dem Vernehmen nach soll es sich um Miele handeln. Das bereinigte EBITDA hat sich von 2,9 Millionen Euro in 2018 auf 3,1 Millionen Euro in 2019 verbessert.

Ausblick 

Varta rechnet trotz der Corona-Pandemie mit einer sehr hohen Nachfrage nach Lithium-Ionen Zellen für Hightech-Consumerprodukte. Deshalb werden die Produktionskapazitäten weiter massiv ausgebaut. Die Produktionskapazität will Varta noch einmal erheblich, und schneller als ursprünglich geplant auf 200 Millionen Zellen jährlich bis 2021 ausgebaut. Allerdings will das Unternehmen nicht gänzlich ausschließen, das die Pandemie „negative Einflüsse“ haben könnte. Dies könnte sowohl die Produktionsmöglichkeiten und Produktionserweiterungen an den Standorten, Transportmöglichkeiten zu Kunden als auch Beeinträchtigungen von Lieferanten betreffen. Nicht auszuschließen sei ebenso, dass die Kunden durch eigene Produktionsunterbrechungen zeitweise keine Produkte von Varta abnehmen können. „Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung lagen allerdings keine Hinweise auf ein Eintreten dieser Risiken vor“, schreibt das Unternehmen weiter. 

© Wirtschaft Regional 31.03.2020 10:17
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