SYMRISE / Größter Börsengang in diesem Jahr - Hohe Verschuldung - Erlös kommt auch den Altaktionären zugute

Mit Duft und Aroma aufs Aktienparkett

Selbst Börsenexperten war das Unternehmen bislang kaum ein Begriff. Das dürfte sich jetzt ändern: Der Duft- und Aromastoffhersteller Symrise wird vermutlich am 11. Dezember den bislang größten Börsengang in diesem Jahr in Deutschland auf das Parkett legen. Bis zu 1,4 Mrd. EUR will die Firma aus dem niedersächsischen Holzminden und vor allem der schwedische Großaktionär EQT bei Anlegern einsammeln und damit in erster Linie den hohen Schuldenberg von Symrise abtragen. Bislang hatte Wacker Chemie im Frühjahr mit 1,2 Mrd. EUR die größte Kasse bei einem Börsengang gemacht.

Zwischen 15,75 und 17,75 EUR müs-sen Anleger zahlen, wenn sie bis 8. Dezember vom Angebot der insge-samt 81 Mio. Symrise-Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre und aus einer Kapitalerhöhung Gebrauch machen wollen. Am 11. Dezember soll das Papier zum ersten Mal in Frankfurt gehandelt werden.

Auch wenn Symrise bislang kaum bekannt ist, hat fast jeder Verbraucher tagtäglich die Düfte und Aromen des Unternehmens auf der Haut oder im Mund: Symrise steckt in Parfüms, Joghurts, in Getränken, in Zahnpasta, in Waschmitteln und in Kosmetika. Zwar gehört der Duft- und Aroma-Produzent mit seinen rund 4900 Mitarbeitern und einem Marktanteil von 8,5 Prozent zu den vier größten Unternehmen der Branche, aber er sitzt auf einem gewaltigen Schuldenberg von 1,7 Mrd. EUR. Der ist so hoch, weil EQT und andere Käufer, die zusammen rund 80 Prozent der Anteile halten, 2002 die Zinslast der für die Übernahme notwendigen Kredite Symrise aufgebrummt hat. Rund 70 Prozent der Anteile sollen danach breit gestreut sein. Symrise bleiben deshalb netto maximal rund 650 Mio. EUR.
© Südwest Presse 02.12.2006 07:45
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