BAFIN

Sanio bleibt weiter Chef

Das Bundesfinanzministerium hat dem Bafin-Präsidenten Jochen Sanio das Vertrauen ausgesprochen und organisatorische Veränderungen in der Behörde zur Korruptionsbekämpfung gebilligt. Auf einer Verwaltungsratssitzung im Ministerium berichtete der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) über die Probleme in seinem Haus, wie Finanzstaatssekretär Thomas Mirow anschließend mitteilte. Sanio bleibe im Amt. Der Verwaltungsrat habe ihn wegen der noch laufenden Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft noch nicht entlastet. Das solle auf der nächsten Sitzung im November geschehen, sagte Mirow.

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt wegen Veruntreuung durch einen Referatsleiter der Bafin mit einem Schaden in Millionenhöhe. Außerdem soll es Fälle geben, in denen Mitarbeiter ihren Verwandten Anstellungen verschafft haben sollen. Laut Mirow billigte der Verwaltungsrat auf Vorschlag Sanios mehrere Maßnahmen. Unter anderen soll ein zentrales Vertragsmanagement eingerichtet und die Innenrevision neu organisiert werden. Unter Leitung des Finanzministeriums werde ein Haushaltskontroll- und Prüfungsrat eingerichtet. Sanio solle die Schritte bis Ende 2007 umsetzen. Mirow sagte, der Verwaltungsrat habe Vertrauen in die Fähigkeit und den Willen des Präsidenten, die Bafin so zu führen, dass sich die Probleme nicht wiederholen.
© Südwest Presse 27.09.2006 07:45
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