LANDWIRTSCHAFT

Kritik an Milliardenhilfe

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hat die milliardenschwere Politik der EU für die ländlichen Regionen als zu wenig wirkungsvoll kritisiert. Am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen im finnischen Oulu sagte Seehofer, da werde vielfach Geld 'ohne Sinn und Verstand' ausgegeben: Die Verteilung müsse dringend korrigiert werden.

Seehofer bezog sich auf einen Bericht des Europäischen Rechnungshofes. Dieser hatte am 14. September schwere Mängel bei den Ausgaben für die ländliche Entwicklung in Milliardenhöhe beklagt und das gesamte Konzept in Frage gestellt. Bei den dreitägigen Beratungen der EU-Landwirtschaftsminister über die Zukunft der EU-Agrarpolitik spielte die ländliche Entwicklung eine große Rolle.

Ziel dieser Politik ist es, für die Menschen - neben der klassischen Landwirtschaft - neue Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen.

Zwischen den Jahren 2000 und 2006 wurden dafür mehr als 60 Mrd. EUR bereitgestellt. Für die nächste Finanzperiode von 2007 bis 2013 sind insgesamt 77,7 Mrd. EUR vorgesehen. Deutschland bekommt davon rund 8,1 Mrd. EUR. Seehofer forderte, dass in der nächsten Förderperiode die Wirtschaftsleistung in den Regionen messbar steige müsse, wenn dorthin Hilfen fließen sollten. Das Geld dürfe nicht einfach zusätzlich die Einkommen der Landwirte steigern.
© Südwest Presse 27.09.2006 07:45
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