UNTERNEHMENSSTEUERN

KOMMENTAR: Weniger kann mehr sein

Die Steuerbelastung von Kapitalunternehmen muss dringend gesenkt werden. Sonst verliert Deutschland noch mehr an Wettbewerbsfähigkeit - und damit Firmen und Arbeitsplätze. Die Steuerpolitiker sind sich darüber im Grundsatz einig, auch wenn dies in Zeiten steigender Steuerlasten für Privatpersonen nicht einfach durchzusetzen ist, insbesondere innerhalb der SPD.

Künftig 29 statt fast 40 Prozent, das klingt nach beachtlicher Entlastung. Weil aber die Fachpolitiker immer noch um eine Kompensation feilschen, sprich um eine Belastung an anderer Stelle, lässt sich längst noch nicht sagen, was dies für das einzelne Unternehmen bedeutet. Klar ist nur: Letztlich kommt es darauf an, was vom Gewinn tatsächlich an Steuern überwiesen werden muss. Da haben die Unternehmen einigen Gestaltungsspielraum - viel mehr, als die Wirtschaft zugibt.

Das allerdings spricht nicht gegen die Reform der Unternehmensbesteuerung, im Gegenteil: Je geringer der deutsche Körperschaftsteuersatz, desto geringer ist die Verlockung für Firmen, sich hierzulande arm zu rechnen.

Schluss sein sollte endlich mit der typisch deutschen Diskussion, ob und wie stark die Unternehmen entlastet werden. Denn eine geringere Steuerlast belebt die Wirtschaft. Die Frage 'Was wäre, wenn wir nichts tun' lässt sich nicht ernsthaft beantworten, schon weil sich die Welt um uns herum rasch ändert.

© Südwest Presse 27.09.2006 07:45
576 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?