Vom Börsenparkett: Vorgezogene Jahresendrallye

Die Deutsche Börse wird schon bald einer Baustelle gleichen. Denn Anfang Oktober wird das Börsenparkett in Frankfurt am Main durch einen neuen Holzboden ersetzt. Zudem wird es künftig sieben runde Handelstresen geben. Der Umbau - es ist die erste größere Renovierung seit Ende der 80er Jahre - schafft ein neues Fundament, von dem aus die Kurse schon bald zu einem Höhenflug ansetzen könnten.

Das meinen zumindest die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Denn in den vergangenen Tagen haben die Übernahmespekulation bei Scania sowie die Fusionen von Merck/Serono und Nycomed/Altana für Rückenwind gesorgt. Die Folge: Der Deutsche Aktienindex (Dax) kratzt zum ersten Mal seit Mai wieder an der Marke von 6000 Punkten. In der vergangenen Woche machten jedoch viele Anleger Kasse, so dass das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Wochenvergleich knapp 1 Prozent auf 5883 Punkte nachgab. Doch ist es laut LBBW nur eine Frage der Zeit, bis der Dax die 6000er-Schwelle hinter sich lässt. Denn auch der überraschend deutlich gefallene Ölpreis, der den Preisanstieg in Europa dämpft und damit die Zinserhöhungspolitik der Europäischen Zentralbank bremsen könnte, stimmt die Börsianer zuversichtlich. Wegen der günstigen Bewertung sollten Anleger mit Käufen nicht mehr lange zögern, meint die LBBW. Denn die Jahresendrallye könnte vorzeitig beginnen.

Die Commerzbank ist nicht ganz so zuversichtlich, erwartet aber ebenfalls steigende Kurse. Sie hält Siemens für aussichtsreich. Das Bankhaus Ellwanger& Geiger (Stuttgart) favorisiert Titel aus dem Konsumbereich - wie beispielsweise LVMH, Beiersdorf und Henkel.
© Südwest Presse 25.09.2006 07:45
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