LEHRSTELLEN / SPD-Landeschefin: Wirtschaft gefragt

Förderung aufstocken

In Baden-Württemberg fehlen 30 000 Ausbildungsplätze. Die SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt forderte die Regierung auf, die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen.Die SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt appelliert an die Unternehmen, mehr Lehrstellen zu schaffen. Auch die Landesregierung müsse ihre Förderung aufstocken.

Trotz boomender Wirtschaft fehlten im Südwesten rund 30 000 Ausbildungsplätze, klagt Vogt. Allerdings kann die Politik die Unternehmen lediglich aufrufen, mehr Kapazität zu schaffen. Vogt: 'Man kann von der Wirtschaft verlangen, dass sie ihren Teil der Verantwortung trägt.' Dringenden Handlungsbedarf sieht Vogt im Kultusbereich: 'Die erforderliche Ausbildungsreife muss während der Schulzeit und nicht erst danach vermittelt werden.' Rund 600 Ausbildungsplätze werden derzeit finanziell gefördert und inhaltlich besonders betreut. Vogt fordert, mit Mitteln des Bundesagentur für Arbeit diese Förderung zu erweitern.

Das Kultusministerium wies die Kritik an fehlenden Förderangeboten für leistungsschwache Schüler umgehend zurück und verweist auf den geplanten Ausbau der Ganztagesschulen mit zusätzlichen Deputaten. Der DGB hingegen unterstützt die Forderung Vogt nach einem befristeten Sonderprogramm des Landes für zusätzliche Ausbildungsplätze, finanziert aus den Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit. Damit greife sie einen Vorschlag des DGB auf, so Gewerkschaftschef Bliesener.
© Südwest Presse 08.09.2006 07:45
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