DAIMLER-CHRYSLER / Stuttgarter Autokonzern baut auf historischen Grabstätten

Ärger mit Pekinger Kulturbehörde verzögert neue Fabrik

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat Ärger mit den Pekinger Kulturbehörden. Die Entdeckung von bislang 26 alten Gräbern aus vergangenen chinesischen Dynastien haben den Bau des neuen Werkes in Peking ins Stocken gebracht, das im September feierlich eröffnet werden sollte. Empört sind Archäologen und Behörden nach einem Bericht der 'China Times' darüber, dass Gräber zugeschüttet und mit Beton gefüllt worden seien, wie eine Inspektion im Juli ergeben habe.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher von Beijing Benz Daimler-Chrysler sagte, die Angelegenheit bereits sei mit den Kulturbehörden geregelt worden. Es gebe eine Übereinkunft, so dass die Arbeiten an dem Projekt jetzt weitergingen. 'Alles ist wieder zurück im Normalzustand.' Das Unternehmen habe keine chinesischen Gesetze gebrochen.

Die ersten Grabstätten auf dem Gelände der Entwicklungszone Yizhuang im Süden der chinesischen Hauptstadt seien bereits 2004 entdeckt worden, schrieb eine Zeitung, die von einer 'Schlacht' um den Schutz von Kulturgütern sprach.

Das Unternehmen habe sich geweigert, 50 000 EUR für die archäologische Untersuchung zu zahlen, wozu es als Bauherr verpflichtet sei. Als sich das Joint Venture von Daimler-Chrysler und Beijing Automotive (BAIC) beim Vizebürgermeister über die aufdringlichen Kulturbehörden beklagt habe, die den Aufbau des für Peking wichtigen Werkes in Verzug brächten, ist, sei der Streit eskaliert. Die Arbeiten seien im April eingestellt, aber längst wieder aufgenommen worden.

In der neuen Autofabrik auf dem 1,9 Quadratkilometer großen Werksgelände sollen künftig im Jahr rund 25 000 Pkw der E- und C-Klasse gefertigt werden.
© Südwest Presse 12.08.2006 07:45
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