SÜDWESTMETALL / Verbandsfusion als größter Erfolg

Zwiebelhofer geht

  • Otmar Zwiebelhofer war seit dem Jahr 2000 Vorsitzender von Südwestmetall.
Südwest-Metall-Chef Otmar Zwiebelhofer steigt aus der Tarifpolitik aus. Seine größte Leistung sieht er in der Fusion der Metallarbeitgeber im Land.Südwestmetall-Chef Otmar Zwiebelhofer verlässt die Spitze des Arbeitgeberverbands. 'Ich trete bei der Mitgliederversammlung am 4. September nicht mehr an', sagte der 70- Jährige in einem dpa-Gespräch in Gaggenau (Kreis Rastatt). 'Es ist der richtige Zeitpunkt, um zu gehen. 40 Jahre Tarifpolitik - das reicht. Es gibt auch ein Leben nach der Tarifrunde.'

Der Gesellschafter des Gaggenauer Mittelständlers König Metall, der mit 500 Mitarbeitern Blechteile und Werkzeuge für die Autoindustrie und den Maschinenbau herstellt, ist seit dem Jahr 2000 Vorsitzender des Verbands der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. Bei Gesamtmetall ist er seit 2000 Vizepräsident. 'Dieses Amt werde ich auch noch weiter behalten', erklärte Zwiebelhofer. 'Ich bin erst im Sommer für zwei Jahre wiedergewählt worden.'

Ein Nachfolger für die Spitze von Südwestmetall soll auf der Mitgliederversammlung in Ludwigsburg gewählt werden. 'Wir haben sehr qualifizierte Leute für den Posten', kündigte der Zwiebelhofer an. Namen von Kandidaten wollte er jedoch nicht nennen. Sein Nachfolger müsse ein operativ tätiger Unternehmer sein, betonte der Verbandschef. Er müsse die Auswirkungen der ausgehandelten Tarifabschlüsse in seinem Betrieb selber spüren.

Als größte Erfolge seiner Verbandsarbeit nannte Zwiebelhofer die Fusion 1992 zwischen den Metallarbeitgeberverbänden von Südbaden und Südwürttemberg-Hohenzollern zum Verband der Metall- und Elektroindustrie Südwest. Außerdem sei der Zusammenschluss der Metallarbeitgeberverbände Nordwürttemberg-Nordbaden und Südwest zu Südwestmetall im Jahr 2000 hervorzuheben. 'Darauf bin ich stolz', betonte der Unternehmer.

Bereut habe er sein Engagement an der Verbandsspitze nicht. 'Der Zeitverlust ist aber unendlich.' Sein Betrieb habe zwar nicht unter der Verbandstätigkeit gelitten. 'Aber meine Leute schon', sagte Zwiebelhofer. Über das Jahr verteilt habe er rund 30 Prozent seiner Arbeitszeit für Südwestmetall aufgewendet. 'Aber es hat mir Spaß gemacht.'
© Südwest Presse 20.07.2006 07:45
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