EADS

Strafanzeige gestellt

Beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS schwelt die Krise um Co-Chef Noël Forgeard weiter. Wegen der Veröffentlichung eines internen Protokolls in französischen Medien erstattete der Konzern in Paris Strafanzeige gegen Unbekannt und beantragte Schadenersatz, wie EADS mitteilte. Das Protokoll einer Sitzung des Top-Managements soll offenbar Vorwürfe gegen Forgeard wegen angeblichen Insiderhandels entkräften.

Forgeard hatte im März für sich und seine Kinder EADS-Aktien verkauft und dabei rund 2,5 Mio. EUR Gewinn erzielt. Am 13. Juni musste die Flugzeugtochter Airbus, deren Chef Forgeard bis Mitte 2005 war, ankündigen, dass sich die Auslieferung des Superjumbos A380 um mindestens sechs Monate verzögert. Der EADS-Aktienkurs brach daraufhin um rund ein Viertel ein, der Druck auf den französischen Co-Vorstandschef wuchs.

EADS äußerte sich entsetzt, dass ein streng vertrauliches Dokument in die Medien gelangt sei. Das Dokument sei offenbar mit dem Ziel weiter gegeben worden, auf angebliche deutsch-französische Spannungen hinzuweisen. 'Derartige Spannungen bestehen nicht und das Dokument selbst bietet dafür keinerlei Anhaltspunkte', teilte EADS mit. Die Strafanzeige wurde gestellt wegen Diebstahls, unerlaubten Besitzes und der unautorisierten Veröffentlichung interner Dokumente des Unternehmens.
© Südwest Presse 30.06.2006 07:45
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