DR. SCHELLER / Eislinger Kosmetikhersteller wächst gegen den Trend

Erfolg trotz Preiskampfs

Zahl der Mitarbeiter erneut gesunken
  • Blick in die Produktion von Dr. Scheller: Ein Mitarbeiter begutachtet die Abfüllung von Puder. Firmenfoto
Der Eislinger Kosmetik- und Hautpflegespezialist Dr. Scheller will nach gelungener Sanierung vor allem im Ausland wachsen. Der Umsatz legte 2005 deutlich zu.Charlize Teron ist eine attraktive Frau und eine ausgezeichnete Schauspielerin. Dass die 30jährige Oscar-Preisträgerin in einer großen Boulevard-Zeitung berichtet, sie verwende Manhattan-Nagellack aus Eislingen an der Fils, freut Reinhold Schlensok, Vorstandschef der Dr. Scheller Cosmetics AG umso mehr, weil er für diese Werbung nichts bezahlen musste.

Manhattan gehört zu den wichtigsten Marken des Kosmetik- und Mundhygiene-Spezialisten. Die Schminke, Lippenpflege und anderen Kosmetikas, die vor allem bei Frauen zwischen 18- und 30 Jahren gefragt sind, kommen in Deutschland auf einen Marktanteil von 12 Prozent und Dr. Scheller in einem hart umkämpften Markt auf Platz zwei. Im vergangenen Jahr konnte der Eislinger Kosmetikhersteller, der seit März 2005 zu 60,1 Prozent dem russischen Kalina-Konzern gehört, in seinem wichtigsten Bereich den Umsatz um 9,5 Prozent auf rund 50 Mio. EUR steigern, während der von vielen Handelspartnern mit Eigen- und Billigmarken forcierte Preiskampf dazu führte, dass der Markt um 6,5 Prozent schrumpfte, erklärte Schlensok. Insgesamt steigerte Dr. Scheller den Umsatz um 7,6 Prozent auf knapp 78 Mio. EUR. Der Gewinn vor Ertragssteuern kletterte von 1,2 Mio. EUR auf 1,5 Mio. EUR. Infolge der Sanierung des Unternehmens und der Verbesserung von Abläufen kam es - wie berichtet - auch zu Kündigungen, die teilweise 2005 vollzogen wurden. Die Zahl der Mitarbeiter sank daher um 31 auf 385.

Nach Schlensoks Worten will das Unternehmen aus eigener Kraft wachsen und das Geschäft in ausgesuchten europäischen Ländern ausbauen. Konkrete Angaben zur künftigen Geschäftsentwicklung gaben weder er noch Finanzvorstand Sebastian Feichtmair. Auch ob und wann Dr. Scheller wieder eine Dividende bezahle, ließ Schlensok offen. Priorität habe, die Substanz des Unternehmens zu stärken.
© Südwest Presse 11.04.2006 07:45
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