APPLE COMPUTERS / Die Höhen und Tiefen in der Karriere des Steve Jobs

Das fantastische Comeback

  • Apple-Chef Steven Jobs stellte im Mai 1998 in Kalifornien den neuen I-Mac vor und brachte das Unternehmen wieder zum Erfolg. Archivfoto
Neben seinem großen Widersacher Bill Gates von Microsoft ist Steve Jobs als Apple-Mitbegründer eine der herausragenden Persönlichkeiten des Computer-Zeitalters. Nachdem er zwischenzeitlich bei Apple rausgeflogen war , ist er längst wieder Chef - und erfolgreicher denn je.Steve Jobs (51) hat allen Grund zum Feiern. Apple Computers befindet sich nach einem fantastischen Comeback während der vergangenen Jahre auf einem beispiellosen Erfolgskurs, den fast niemand erträumt hätte. Apple-Mitbegründer Jobs revolutionierte mit einer beeindruckenden Erfolgsserie neuer Produkte und Dienstleistungen die zuvor angeschlagene Firma. Dazu zählen die I-Pod-Musikplayer, der Online-Musikladen I-Tunes und jetzt Macintosh-PC-Modelle mit Intel-Chips.

In den 90er Jahren war der kalifornische Computerpionier Apple zeitweise fast totgesagt worden. Das Unternehmen war von den mit Microsoft-Windows und Intel-Chips ausgestatteten PC von Anbietern wie IBM, Dell und Hewlett-Packard ins Abseits gedrängt worden.

Vor 30 Jahren hatten Jobs und sein Freund Steve Wozniak, zwei Ex-Studenten, Apple gegründet. In dem ungleichen Duo spielte Steve Jobs die Rolle des Visionärs, Wozniak war der geniale Bastler. Gemeinsam brachten die beiden 1977 den Apple II heraus, den ersten PC-Bestseller.

Er hatte bereits die Hauptmerkmale der meisten folgenden Apple-Produkte: leichte Bedienbarkeit, hervorragende Technik und ansprechendes Design. Der Apple II fand bei der breiten Masse der Nutzer Anklang und bot die Basis des anfänglichen Erfolgs des in Cupertino (Kalifornien) beheimateten Unternehmens. Es folgten der Apple III und 1984 der erste Macintosh.

Nach Absatzschwierigkeiten und firmeninternen Querelen wurde 1985 Jobs jedoch als Apple-Chef gefeuert. Mit seinem Geld aus dem Börsengang von Apple baute er dann Next auf, seine zweite Computerfirma. Zwischenzeitlich kaufte er für 10 Mio. Dollar die Computeranimations-Abteilung von Hollywood-Regisseur George Lucas und machte daraus das erfolgreiche Filmstudio Pixar.

Apple versuchte seinerseits vergeblich an die Anfangserfolge anzuknüpfen, doch die Dominanz der 'Wintel'-Allianz im PC-Sektor war nicht mehr zu durchbrechen. Trotz treuer Gefolgschaft drohte Apple ins Nischen-Dasein abzurutschen.

1996 kaufte das verzweifelt nach neuen Ideen suchende Apple- Management die Next-Computer und holte Jobs damit wieder ins eigene Haus. Im Juli 1997 übernahm Jobs zwölf Jahre nach seinem Rauswurf wieder die Führung. Mit ihm an der Spitze folgte ein Erfolgsprodukt nach dem anderen: Der I-Mac und das stark verbesserte OS X-Betriebssystem brachten den PC-Bereich wieder nach vorn. Mit den I-Pod-Musikplayern drängte Jobs die anderen MP3-Player-Anbieter zurück. Mit dem I-Tunes Music Store kann man Musik legal und erfolgreich vermarkten.

Heute steht Apple unter den Computer- und Technologiefirmen wieder in der ersten Reihe. Das Unternehmen erhöhte im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 68 Prozent auf 13,9 Mrd. Dollar und den Gewinn um 384 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar. Die Apple-Aktien sind beim derzeitigen Kurs von 60 Dollar 51 Mrd. Dollar wert oder vier mal mehr als die gesamten General-Motors-Aktien. Jobs, der 2004 an Krebs erkrankt war, hat ein Vermögen von 4,4 Mrd. Dollar angehäuft.

Er ist gerade dabei, das Pixar-Studio für 7,4 Mrd. Dollar an den Medienriesen Walt Disney zu verkaufen und wird dabei größter Disney-Aktionär. Jobs hält mehr als 50 Prozent der Pixar-Aktien.
© Südwest Presse 04.04.2006 07:45
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