HANDWERK

Trendwende erwartet

Das Handwerk erwartet im laufenden Jahr ein kleines Umsatzplus und damit eine Trendwende. Der Stellenabbau in den Betrieben soll sich deutlich verlangsamen.Das Handwerk rechnet mit einer Trendwende in diesem Jahr. Nach einem Umsatzrückgang von 2 Prozent im vergangenen Jahr hofft die Branche nun auf 'ein kleines Plus bei den Umsätzen', wie der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, in München sagte. Der Stellenabbau soll halbiert werden: Nach einem Abbau von 140 000 Arbeitsplätzen im Vorjahr sollen 2006 nur noch etwa 70 000 Stellen wegfallen.

Schleyer begründete dies mit dem Vertrauensvorschuss für die neue Bundesregierung und mit der anhaltend hohen Nachfrage im Ausland. Die große Koalition müsse aber ihre Zusagen an den Mittelstand einhalten, mahnte der Handwerksfunktionär und kritisierte die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer: 'Wir warnen davor, weil so Wachstum und Konsum abgewürgt werden. Wenn die Preise steigen, wird damit legale Arbeit im Handwerk vernichtet und Schwarzarbeit gestärkt.' Die Regierung solle einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für arbeitsintensive handwerkliche Dienstleistungen bei der EU anmelden.

Ein-Euro-Jobs schönten Statistiken, kosteten aber Beschäftigung in regulären Firmen und trieben viele in die Insolvenz, kritisierte Schleyer. Stattdessen müsse der Binnenmarkt durch Senkung der Lohnzusatzkosten, durch Steuererleichterungen und einen flexibleren Arbeitsmarkt angekurbelt werden.

INFO

Auf der 58. Internationale Handwerksmesse in München präsentieren sich 1200 Aussteller. Geöffnet ist sie von Donnerstag, 16. bis Mittwoch, 22.März, von 10 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag von 10 Uhr bis 20 Uhr.
© Südwest Presse 11.03.2006 07:45
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