LUFTVERKEHR / Wettbewerbszentrale kritisiert Angaben zu Steuern

Fluggesellschaften wegen Gebühren am Pranger

Die Wettbewerbszentrale verwarnt mehrere deutsche Fluggesellschaften wegen falscher Angaben über Steuern und Gebühren für Flugtickets. Dies teilte die Zentrale mit. Sie beruft sich auf Medien-Recherchen, wonach die angegebenen Beträge nicht den tatsächlichen Kosten entsprächen. Namentlich waren LTU, Germanwings und die zum Tui-Konzern gehörende Hapag Lloyd Express genannt worden. Germanwings wies die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme zurück.

Hintergrund ist nach Angaben Wettbewerbszentrale die Praxis von Fluggesellschaften, keine Inklusivpreise anzugeben, sondern Kosten für Steuern oder Flughafengebühren separat auszuweisen. Werde ein bestimmter Betrag ausdrücklich als Steuer bezeichnet, so erwarte der Verbraucher, dass dieser Betrag komplett auch an das Finanzamt gehe, sagte Vize-Chef Hans-Frieder Schönheit. Die inkorrekte Angabe von nicht in dieser Höhe anfallenden Steuern und Gebühren sei unzulässig.

Medien hatten berichtet, die Gebühren seien überhöht und bei den einzelnen Gesellschaften auch sehr unterschiedlich.

Die Fluggesellschaften hätten nun bis zum 6. März Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern und zu versprechen, die Praxis zu ändern, um eine gerichtliche Klärung zu vermeiden.
© Südwest Presse 24.02.2006 07:45
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