Europäische Union

Strafzölle auf Schuh-Importe

Mit Strafzöllen will die Europäische Union den Billig-Schuhimporten aus China und Vietnam Einhalt gebieten. Damit dürften Lederschuhe in Deutschland teurer werden. In China und Vietnam erhalten Schuhersteller illegale staatliche Beihilfen. Untersuchungen der EU-Kommission hätten eindeutig ergeben, dass die Firmen Subventionen und Steuerbefreiungen erhielten. 'Es gibt zwingende Beweise', sagte Handelskommissar Peter Mandelson gestern. Die Förderung erlaubt den Herstellern, ihre Ware unter den Herstellungskosten anzubieten und so europäischen Produzenten in Italien, Spanien oder Polen zu schaden. Auf Druck des europäischen Schuhherstellerverbandes hatte die Brüsseler Behörde seit Sommer die Gechäftspraktiken in China und Vietnam untersucht. Mandelson plant jetzt, die asiatischen Exporteure mit Anti-Dumping-Zöllen zu belegen. Mandelson will der Welthandelsorganisation WTO vorschlagen, die Exporteure fünf Monate lang mit ansteigenden Strafzöllen zu belegen. Sie sollen zunächst mit 4 Prozent des Importpreises beginnen, und für China bis zu 19,4 Prozent, für Vietnam auf maximal 16,8 Prozent steigen. Betroffen wären deutsche Großimporteure wie etwa die Deichmann-Gruppe. Kinderschuhe und High-Tech-Sportschuhe, wie sie Adidas und Puma in Asien fertigen lassen, sollen nicht betroffen sein.
© Südwest Presse 24.02.2006 07:45
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