EINZELHANDEL

Minus an Weihnachten

Das unerwartet schlechte Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels hat die Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung gedämpft. Die jahrelange Kaufzurückhaltung der Verbraucher hält nach den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen an. Der Umsatz sank im Dezember 2005 binnen Jahresfrist um nominal 1,2 Prozent und binnen Monatsfrist um 1,4 Prozent. Sowohl die Konsumenten als auch die Branche waren zuletzt deutlich zuversichtlicher gewesen. Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) geht davon aus, dass der Umsatz 2005 zum vierten Mal in Folge geschrumpft ist - das wäre ein neuer Negativrekord.

'Der private Verbrauch bleibt der Schwachpunkt der Konjunktur', kommentierte die Commerzbank. Hohe Ölpreise und geringe Lohnzuwächse würden den Konsumenten die Kauflaune verderben. Allein für Energie mussten die Deutschen im vergangenen Jahr rund 7 Mrd. EUR mehr ausgeben. 'Ein Grund für das rückläufige Weihnachtsgeschäft könnten die zusätzlichen Belastungen privater Haushalte durch gestiegene Heiz- und Stromkosten darstellen', schrieben die Statistiker. Gleichzeitig müssten die Menschen mehr Geld in die private Altersvorsorge stecken - da bleibe für den Konsum weniger übrig. 'Es gibt überhaupt keinen Grund zur Euphorie, von einer Trendwende sind wir weit entfernt', sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr.
© Südwest Presse 01.02.2006 07:45
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