Deutsche Bahn

Kabinett stoppt Umzugspläne

Der Konzernsitz der Deutschen Bahn (DB) bleibt nach dem Willen der Bundesregierung in Berlin. Eine Verlegung nach Hamburg sei aus strukturpolitischen Gründen 'nicht akzeptabel', stellte das Bundeskabinett gestern fest, wie Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mitteilte. Die DB teilte mit, sie wolle die Verhandlungen mit Hamburg auch nach dem Votum der Bundesregierung weiterführen. Am 7. Dezember solle der Aufsichtsrat über das Thema beraten. Die Kabinettsstellungnahme unterstütze 'den unternehmerischen Kurs der DB zur strategischen Weiterentwicklung'. Der Bund ist noch Alleineigentümer und mit mehreren Ministern und Staatssekretären im Aufsichtsrat vertreten.

Wegen dieser Absage an gemeinsame Umzugsüberlegungen von Konzernchef Hartmut Mehdorn mit dem Senat der Elbestadt im Rahmen eines Gegengeschäfts handelte sich Berlin heftige Kritik aus Hamburg ein. So drohte Bürgermeister Ole von Beust damit, auch den von der Bundesregierung unterstützten Beteiligungserwerb zur Stärkung der Bahn als Logistikanbieter platzen zu lassen. Ohne den Umzug des Vorstandes sei auch der Verkauf von großen Teilen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der Hamburger Hochbahn AG (HHA) hinfällig. Es sei nicht ausreichend, wenn nur die Leitung der Logistik-Sparte der Bahn nach Hamburg komme.
© Südwest Presse 30.11.2005 07:45
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