Dell mit starkem Gewinnrückgang

Der weltgrößte PC-Hersteller Dell hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wegen hoher Sonderkosten einen deutlichen Gewinnrückgang erlitten. Der Überschuss fiel in dem am 28. Oktober beendeten Dreimonatsabschnitt um 28 Prozent auf 606 Millionen Dollar.

Beim Umsatz kann Dell trotz eines Rekordwerts nicht mehr frühere Wachstumsraten vorweisen. Im dritten Quartal stiegen die Erlöse um elf Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar (11,9 Mrd Euro). Marktkenner verwiesen darauf, dass die Verbraucher zunehmend billigere PCs kaufen, die für ihre Zwecke völlig ausreichende Leistungen erbringen, aber für die Hersteller nur sehr bescheidene Gewinne und langsamere Umsatzzuwächse bedeuten. Dell lieferte in dem Quartal weltweit 9,2 Millionen Computer aus und war damit weiterhin unumstrittener Branchenführer.

Es gab Sonderkosten von 442 Millionen Dollar für Reparaturen an PCs, die ein fehlerhaftes Teil enthielten, sowie für Stellenstreichungen, Produktrationalisierungen und überflüssige Betriebe. Klammert man die Sonderbelastungen aus, verdiente Dell 39 Cent je Aktie und erfüllte damit Wall-Street-Erwartungen. Unterm Strich lag der Gewinn je Aktie bei 25 Cent nach 33 Cent vor einem Jahr. Die Dell-Aktien fielen nachbörslich um 1,2 Prozent auf 28,87 Dollar.

Dell wolle mehrere Geschäftsbereiche überprüfen, sagte Konzernchef Kevin Rollins. Damit sollten Kosten gesenkt und bei allen Produkten und Sparten sowie in allen Regionen ein starkes Gewinnwachstum erreicht werden. Der Neunmonatsumsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 40,7 Milliarden Dollar und der Gewinn um acht Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar oder 1,03 (0,92) Dollar je Aktie.

Dell erwartet für das vierte Quartal einen Umsatz von 14,6 bis 15 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 40 bis 42 Cent je Aktie. Das Unternehmen wolle während dieser Zeit eigene Aktien im Wert von mindestens 1,7 Milliarden Dollar zurückkaufen. Dell hatte in der Berichtszeit eigene Aktien im Wert von 1,4 Milliarden Dollar zurück gekauft und hatte zum Quartalsende 12,3 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und Investments verfügbar.

Dell erhöhte den Umsatz in der Region Europa/Naher Osten/Afrika um 19 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. Dabei legte der in Round Rock (Bundesstaat Texas) ansässige Computerriese in Deutschland um 25 Prozent zu. Der Umsatz in Nord- und Südamerika erhöhte sich hingegen nur um acht Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Das Wachstum der Region war durch ein rückläufiges US-Verbrauchergeschäft beeinträchtigt. Im asiatisch-pazifischen Raum gab es einen Umsatzanstieg von 20 Prozent.

Der Desktop-Umsatz fiel um zwei Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Dell legte dagegen mit Laptops um 14 Prozent, mit Servern und Netzwerkausrüstungen um 16 Prozent, mit Dienstleistungen um 35 Prozent und mit Software sowie anderen Produkten um 36 Prozent zu.
© Südwest Presse 11.11.2005 07:45
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