Deutliche Verluste am Aktienmarkt

Sorgen um die Zinsentwicklung und ein enttäuschender Ausblick des weltgrößten Chipherstellers Intel haben die meisten deutschen Aktien am Mittwoch tief ins Minus gedrückt. Der Leitindex DAX fiel bis Handelsende um 2,05 Prozent auf 4845,98 Punkte. Alle 30 DAX-Werte schlossen in der Verlustzone. Der MDAX mittelgroßer Werte sackte um 2,68 Prozent auf 6623,63 Zähler ab. Der Technologieindex TecDAX brach um 2,69 Prozent auf 562,48 Punkte ein.

«Wir sind am Anfang der Berichtssaison und alle Bilanzen werden ganz kritisch durchleuchtet», sagte Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser. Aktuell trübe der US-Chiphersteller Intel mit seinem Ausblick die Stimmung. Hinzu kämen negative Faktoren wie der Skandal um Refco und die Unsicherheit um General Motors. Dies zwinge den Markt in eine Konsolidierung.

Aktien aus der Halbleiterbranche standen wegen der negativen Intel-Nachrichten im Fokus. Der Ausblick des weltgrößten Chipherstellers auf das laufende Geschäft wurde von Händlern als «enttäuschend» bezeichnet. Infineon-Titel gaben 3,21 Prozent auf 7,85 Euro ab. Die Papiere des kriselnden Bauelemente-Spezialisten EPCOS gaben nach schwachen Zahlen 1,82 Prozent auf 10,27 Euro nach. Analysten begrüßten jedoch den Verkauf der Sparte Tantal- Kondensatoren.

Verkehrswerte schlossen ebenfalls in der Verlustzone. TUI-Aktien verloren 3,10 Prozent auf 16,56 Euro. Lufthansa gingen mit minus 2,95 Prozent auf 11,19 Euro aus dem Handel. «Die sich ausbreitende Vogelgrippe und der stärker werdende Hurrikan 'Wilma' belasten», hieß es am Markt. Nach Angaben von TUI haben die beiden Faktoren bislang jedoch nicht zu einem Buchungsrückgang geführt. Mehr als zwei Drittel der Aktionäre der britisch-kanadischen Reederei CP Ships haben dem Übernahmeangebot des Touristikkonzerns zugestimmt. Dies stelle keine Überraschung dar, betonten Analysten. Viele Börsianer sahen die Transaktion jedoch skeptisch.

Auch die Autobauer und Zulieferer mussten überdurchschnittliche Abschläge hinnehmen. So schlossen Continental-Papiere 3,70 Prozent tiefer auf 64,02 Euro. Börsianer verwiesen auf negative Aussagen des US-Reifenherstellers Cooper Tire & Rubber. DaimlerChrylser büßten 2,94 Prozent auf 40,88 Euro ein. MAN-Aktien verloren 3,32 Prozent auf 37,52 Euro.

Zum Handelsschluss in Europa fiel der US-Leitindex Dow Jones um 0,13 Prozent auf 10 272 Punkte, der NASDAQ Composite verlor 0,32 Prozent auf 2049 Zähler. Der EuroStoxx 50 schloss 1,65 Prozent tiefer bei 3279,61 Punkten.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,12 (Vortag: 3,17) Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 0,19 Prozent auf 121,84 Punkte. Der Bund Future legte 0,17 Prozent auf 121,62 Zähler zu. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1950 (1,1937) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8368 (0,8377) Euro.
© Südwest Presse 19.10.2005 07:45
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