Kerngesundes Jubiläum

VR-Bank Ellwangen trotzt Niedrigzinsphase – Bank legt gute Bilanz vor
  • Das Führungsduo der VR-Bank Ellwangen: Vorstandschef Jürgen Hornung und sein Vorstandskollege Paul Bareis. (Foto: VR-Bank Ellwangen)
Das Marktumfeld wird schwieriger. Die Regulierungsbestimmungen nehmen zu. Die Eigenkapitalanforderungen an die Banken wachsen. Das anhaltende Niedrigzinsniveau kommt noch hinzu. Dennoch hat sich die VR-Bank Ellwangen im vergangenen Jahr gut entwickelt – und sich passend zu ihrem 150. Geburtstag einiges vorgenommen.Ellwangen. Das Jahr 2015 ist kaum verbucht, da legte die Genossenschaftsbank bereits vorläufige Bilanzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Das Institut hat 2015 sein Kreditgeschäft gesteigert. Auch die Kundeneinlagen legten kräftig zu. Besonders bemerkenswert: Trotz Niedrigzinsphase bliebt der Zinsüberschuss, die wesentliche Einnahmequelle einer jeden Bank, mit 15,6 Millionen Euro stabil. Der Gewinn der mit Provision erwirtschaftet wurde, der so genannte Provisionsüberschuss steigt sogar auf 5,4 Millionen Euro. Unterm Strich bleibt der Bank ein operatives Ergebnis von erneut 7,5 Millionen Euro übrig. Davon profitieren vor allem die Mitglieder: Die Dividende soll auch in diesem Jahr bei fünf Prozent liegen. Die VR-Bank Ellwangen beschäftigt aktuell 150 Mitarbeiter und ein Dutzend Azubis.
„Mit der Geschäftsentwicklung und dem Ergebnis für 2015 sind wir zufrieden. Unsere Planung wurde sogar übertroffen. Unsere Kunden vertrauen uns“, sagte Vorstandssprecher Jürgen Hornung. Das spiegelt sich auch in der Mitgliederstatistik. Die Zahl der Genossen stieg 2015 um 273 auf knapp 19 500 an, ebenso das Geschäftsguthaben der Mitglieder. „Fast jeder zweite Bürger in unserem Filialgebiet mit weiterhin zehn Geschäfts- und drei SB-Stellen ist bei uns Mitglied“, sagte das Ende Februar 2016 altershalber ausscheidende Vorstandsmitglied Paul Bareis. Für ihn rückt „Eigengewächs“ Bernd Finkbeiner in den zweiköpfigen Vorstand nach.
Angesichts der erneut guten Bilanzzahlen wolle sich die VR-Bank Ellwangen derzeit auch nicht an Spekulationen um eine Fusion zur VR-Bank Ostalb beteiligen. „Wir können aus einer Position der Stärke heraus handeln“, sagte Bareis. Hornung sieht trotzdem die steigenden Eigenkapitalanforderungen sowie den wachsenden Verwaltungsaufwand. Diese Faktoren erhöhten den Druck.
Ellwangen könne das alles jedoch noch gut stemmen. Die Vorstände verwiesen auf ein Wachstum des Kreditvolumens um 6,4 Prozent auf 419 Millionen Euro sowie der Kundeneinlagen um 5,5 Prozent auf 518 Millionen Euro. Die Bilanzsumme der VR-Bank Ellwangen erhöhte sich auf 685 Millionen Euro. „Die Risikosituation war 2015 entspannt. Dazu trugen die niedrige Arbeitslosenquote und die überwiegend gute Auftragslage der Unternehmen bei“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Groß. Aufgrund des guten Ergebnisses werde das Eigenkapital weiter erhöht. Rund 130 000 Euro wurden an Spenden und Sponsoringgelder vergeben.
© Wirtschaft Regional 21.01.2016 18:24
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