Berndt-Ulrich Scholz feiert 75. Geburtstag

Eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit
  • Berndt-Ulrich Scholz: 75 Jahre alt – und kein Ruhestand in Sicht. (Foto: Archiv)
Berndt-Ulrich Scholz feiert an diesem 17. Oktober im Familienkreis seinen 75. Geburtstag. Die Unternehmerpersönlichkeit baute den einst kleinen elterlichen Betrieb zu einem global führenden Recyclingkonzern auf und hat jetzt die Weichen dafür gestellt, dass sein Lebenswerk auch in Zukunft erfolgreich weiter besteht.Essingen. Was in der schnelllebigen Zeit heute rasch vergessen wird – mit unternehmerischem Mut, kluger Weitsicht und großem sozialen Engagement hat Berndt-Ulrich Scholz viele Firmen in der Region vor dem Aus bewahrt und so hunderten von Menschen Arbeitsplätze gerettet. So half er gleich zweimal der Gesenkschmiede Schneider Aalen (GSA) aus finanziellen Schwierigkeiten, 1999 standen 600 Arbeitsplätze auf der Kippe – bis auf Drängen von Aalens Alt-OB Ulrich Pfeifle Scholz mit Jeco Jellinghaus aus Gevelsberg die Jeco Holding gründeten, in die GSA eingegliedert wurde. Auch die Firma Landwehr in Bopfingen oder der Spielfigurenhersteller Schleich in Gmünd wurden von Scholz („Mir gehörten mal 29 000 Schlümpfe!“) aus der Insolvenz geführt. Nach der Wende erhielten Scholz und die Dortmunder Firma Hansa von der Treuhand den Auftrag zur Vernichtung von NVA-Beständen, darunter 2000 russische Kampfpanzer und Millionen von Kalaschnikows. Der Einstieg von Scholz in den „Neuen Markt“ als Mitbesitzer der COSS AG misslang, dafür war er erfolgreich bei der Merkur-Bank in München und bei vielen Immobilien-Engagements tätig.
Berndt-Ulrich Scholz, verheiratet, Vater eines Sohnes und einer Tochter sowie Großvater von Enkelkindern, wurde am 17. Oktober 1939 in Glogau geboren. Nach dem Krieg kam er mit seinen Eltern nach Aalen und erlernte im elterlichen Betrieb, der 1963 von Aalen-Erlau nach Essingen umzog, den Beruf des Großhandelskaufmanns. Nach beruflichen Stationen in Balingen und Saarbrücken wurde Berndt-Ulrich Scholz 1962 Gesellschafter und 1967 Geschäftsführender Komplementär der C.-H. Scholz KG. Mit der Umfirmierung in eine AG wurde er 1999 Vorstandsvorsitzender, in diesem Amt folgte ihm 2013 sein Sohn Oliver Scholz. Nach dem Einstieg von Toyota Tsusho Corp. im Juni 2014 stieg der Jubilar aus der Geschäftsführung aus, bleibt aber für das Recyclingunternehmen weiter beratend tätig und ist überzeugt: „Wir werden mit Toyota den Turnaround schaffen!“ Scholz ist außerdem weiterhin Geschäftsführer, Beirat und Aufsichtsrat in verschiedenen Gesellschaften. Außerhalb seines Unternehmens engagierte sich der Jubilar im Präsidium der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen und in der Vollversammlung der IHK Ostwürttemberg. Scholz ist Ehrensenator der Hochschule Aalen und seit zehn Jahren Präsident des VfR Aalen, der ohne ihn (und Imtech mit Johannes Moser) niemals in die 2. Bundesliga aufgestiegen wäre. Auch für die Lizenz zur laufenden Saison hat Scholz erneut millionenschwer gebürgt.
Für seine Verdienste und sein großes soziales Engagement wurde Berndt-Ulrich Scholz mit der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg, der Staufermedaille und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. -wh-
© Wirtschaft Regional 16.10.2014 21:37
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