Revolution der Schmiedetechnik

Innovativer Linearschmiedehammer in Hagen Pilotpojekt von RUD und Schuler
Der Aalener Familienkonzern RUD hat bei seiner 100-Prozent-Tochter RUD Schöttler Umformtechnik in Hagen-Haspe einen neuartigen Linearschmiedehammer in Betrieb genommen, der in Fachkreisen auf überaus großes Interesse stößt.Aalen/Hagen. RUD Schöttler Umformtechnik mit 100 Mitarbeitern in Hagen-Haspe ist ein Systemlieferant im Segment Anschlagmitteltechnik und Technologieführer bei Anschlaghaken. Den Kernbereich Schmiedetechnik hat die Kettenfabrik RUD als strategisch wichtige Komponente in ihre weltweite Gesamtfertigungskette 2010 eingegliedert und seitdem zielführend ausgebaut.
Die nun eingeführte Linearschmiedehammer-Technologie ist ein Pilotprojekt zwischen RUD und der Göppinger Schuler Gruppe, die den Schmiedehammer in Weingarten entwickelt und gebaut hat. Dieser Millioneninvest ermöglicht RUD qualitative und innovative Höchstleistungen durch schnelleres und produktiveres Schmieden von Anschlagmitteln. Bislang werden Schmiedehämmer entweder hydraulisch, pneumatisch oder über Flachriemen angetrieben, der neue Linearhammer hat dagegen einen Linearmotor als Herzstück, wie er auch im Transrapid zum Einsatz kommt.
„Mit diesem Antrieb wird der Hammer absolut genau gesteuert und präziser als zuvor geregelt betrieben“, sagte Schöttler-Geschäftsführer Thomas Hüttenhein bei der Präsentation vor Experten, „die exakte Positionierbarkeit und die flexible Ansteuermöglichkeit eröffnen neue Perspektiven hinsichtlich Präzisionsschmieden und Energieeffizienz.“ Hierzu läuft auch ein Pilotprojekt bei RUD Schöttler, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird. „Die neue Antriebstechnik macht sogar ein maßgenaues Schmieden ohne Aufschlagflächen möglich“, erklärte RUD-Anschlagtechnik-Chef Reinhard Smetz. Die elektronische Steuerung passe den Energieanteil und die Anzahl der erforderlichen Schmiedeschläge dem tatsächlich erreichten Schmiedeergebnis an. Dies führe zu einer besseren Produktqualität. Und die neue Antriebstechnologie ermögliche damit eine maximale Anpassungsfähigkeit auf die zunehmend spezialisierten Anwendungsbereiche und -prozesse beim Schmieden. Durch den Wegfall der Prellschläge seien weniger Schmiedeschläge erforderlich, dadurch reduziere sich die Zykluszeit und der Energieeinsatz zur Umformung. „Der neue Linearhammer ist ideal für die Automatisierung mit Robotern geeignet, nahezu wartungsfrei und kann dank einer erheblichen Geräuschreduzierung mit einer konventionellen Schallschutzisolierung sogar im Drei-Schicht-Betrieb eingesetzt werden“, stellte RUD-Geschäftsführer Dr. Jörg Steffen Rieger fest.
© Wirtschaft Regional 26.09.2014 22:14
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