Auf der IAA im Fokus – alles rund um ZFLS

Gmünder Lenkungsbauer mit drei Neuheiten in Hannover / Auch RUD und HS Schoch mit attraktiven Messeständen dabei
  • Zubehörteile von HS Schoch.
Die alle zwei Jahre in Hannover stattfindende Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) für Nutzfahrzeuge zeigt stets ein buntes und innovatives Kaleidoskop dieser Branche. Dass darin auch Unternehmen aus der Wirtschaftsregion Ostwürttemberg gut aufgestellt sind, ist auf diversen Messeständen noch bis zum 2. Oktober zu bestaunen.
Hannover. Der Auftritt der ZF Friedrichshafen AG stand diesmal im Fokus der Journlisten – weil der Automobilzulieferer vom Bodensee, wie berichtet, den US-Konzern TRW kaufen und seine 50 Prozent Anteile an der Gmünder ZF Lenksysteme GmbH (ZFLS) an die Bosch Gruppe verkaufen will. Gleich am ersten IAA-Tag war der Stand der ZF Friedrichshafen AG bestens besucht. Dort stellte die ZFLS GmbH wohl zum letzten Mal ihre Produkte aus – künftig werden die Gmünder Lenkungsbauer den Messeauftritt der Robert-Gruppe (nur wenige Meter entfernt in der gleichen Halle) bereichern.
„Kraftstoffeinsparung und Sicherheit, das sind die beiden Themen, die Innovationen treiben. Wesentlicher Ansatz hierfür ist auch der Einsatz der Elektrolenkung im Nutzfahrzeug“, erklärte Dr. Hans Friedrich Collenberg, der innerhalb der ZFLS-Geschäftsleitung für die Sparte Nutzfahrzeuge zuständig ist. Drei Neuerungen präsentiert ZFLS auf dem rund 700 qm großen ZF-Stand: Die elektro-hydraulische Lenkung ServoTwin erlaubt erstmals bei schweren Nutzfahrzeugen fahrerunabhängige Lenkeingriffe und somit eine durch Assistenzsysteme gesteigerte Fahrsicherheit. Eine neue VarioServ-Pumpe reduziert die Lenkungsenergie um 50 Prozent und spart so Sprit. Und die ebenfalls erstmals gezeigte elektrische Lenkung der Hinterachse sorgt für ein besseres Handling mit weniger Verschleiß der Reifen. Dass die ServoTwin in Verbindung mit der von Nicolas Boos entwickelten Regelung samt App fürs Tablet einen Gigaliner erstmals per Smart Pad rangiert, toppte alles andere auf dem Messestand. Collenberg rechnet damit, dass ZFLS 2014 zwischen 5 und 7 Prozent wachsen werde und somit bis Jahresende rund 4,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Der Nutzfahrzeugsektor mache rund 11 Prozent vom Gesamtumsatz aus. „In Europa schrumpft der Markt um sieben, in China wächst er 2014 um sieben Prozent“, sagte Collenberg. Das Geschäft mit Russland, einem wichtigen Markt für Nutzfahrzeuge, sei derzeit stark behindert, „weil Pumpen derzeit auf der Embargoliste stehen und für diese Produkte eine Ausfuhrgenehmigung nach Russland erforderlich ist“, ließ Collberg wissen. Grundsätzlich sei der Nutzfahrzeug-Markt volatiler als der Pkw-Markt. Am Bosch-Stand zeigt ZFLS eine reine Elektrolenkung für Transporter. Man sei dafür mit einigen Herstellern in Verhandlungen, sagte Collenberg. Die komplette Übernahme der ZFLS durch Bosch wertete er als positiv. „Wir kommen in den sicheren Hafen eines Weltkonzerns.“
Beim Lauchheimer Truck-Ausrüster HS Schoch wurde am Dienstag ein stilisierter Trailer aufgebaut und mit hauseigenen Komponenten wie absenkbarer Hubwagenbox, Ladeboxen oder Palettenstaukästen bestückt. „Unser Portfolio ist stetig größer geworden. Für Transporter-Pritschen bieten wir die HS-Box light“, erklärte Marketingleiter Markus Schmid.
Der TRW-Stand in Hannover ist viel kleiner als der bei der Pkw-IAA. Das Alfdorfer Werk, weltweites Entwicklungszentrum für Insassenschutzsysteme, ist nur mit allgemeinen Darstellungen vertreten. Die Aalener RUD Gruppe präsentiert ihre Neuheiten traditionell auf dem Freigelände der Hannover Messe. Die Lorcher Aradex AG präsentiert auf der IAA Systemlösungen rund um die VECTOPOWER Inverter-Familie – vom Inverter für Traktionsantriebe in verschiedenen Ausführungen bis zur Batterie bietet Aradex dabei eine durchgängige Lösung an. Insgesamt stehen fünf mit Aradex-Technologie ausgerüstete Fahrzeuge auf der Messe, unter anderem. der weltweit energieeffizienteste vollelektrische Serienbus für ÖPNV. Nach der Messe werden diese Fahrzeuge an Kommunen in Deutschland und Österreich ausgeliefert. Weitere Projekte mit Aradex-Technologie sind mit dem ELENA-Hybrid-Technik zum Nachrüsten für Sprinter und mit dem eCaddy von Abt zu sehen. Dieses bei Handwerkern beliebte Fahrzeug wird rein elektrisch angetrieben und hat einen Aktionsradius von 145 km.
© Wirtschaft Regional 23.09.2014 22:24
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