Bohrer aus dem 3-D-Drucker

Mapal zeigt Weltneuheiten auf der AMB 2014 vom 16. bis 20. September
  • Dr. Jochen Kress erhofft sich zusätzliches Wachstum.
Der Präzisionswerkzeughersteller Mapal zeigt auf der Stuttgarter Messe AMB ab dem 16. September der breiten Öffentlichkeit erstmals neu entwickelte Bohrer, die dem 3-D-Drucker entspringen. Sie sind leichter und steifer als herkömmliche Werkzeuge und können besser gekühlt werden.Aalen. Additiv gefertigte Werkzeuge nennt Mapal die neuartigen Bohrer, die im 3-D-Drucker durch das Aufbringen von lasergesintertem Metall gefertigt werden. Das Innenleben der nur neun bis zwölf Millimeter starken Bohrer kann äußerst komplex mit verwundenen Kühlkanälen gestaltet werden. „Wir werden die neue Fertigungsmethode dort einsetzen, wo ein technischer Mehrwert zu akzeptablen Kosten realisiert werden kann. Da fallen uns noch viele Anwendungen an unseren Werkzeugen ein“, hatte Dr. Jochen Kress, Mitglied der Geschäftsleitung, vor gut zwei Monaten vor ausgewählten Fachjournalisten beim Mapal-Pressetag gesagt. Das Unternehmen verspricht sich von den neuartigen Werkzeugen zusätzliches Wachstumspotenzial. Bereits im laufenden Jahr sollen erstmals über 500 Millionen Euro umgesetzt werden. „Unser gewichtiger Auftritt auf der Leitmesse unterstreicht, dass wir innovativ vorausgehen“, sagte Mapal-Chef Dr. Dieter Kress. Das Unternehmen präsentiere die im 3-D-Druckverfahren entstandenen Werkzeuge nicht als Prototypen oder bloße Anschauungsmodelle. „Wir sind bereits in der Lage, diese Werkzeuge serienreif zu produzieren“, sagte der Firmenchef. Eine weitere Neuentwicklung aus dem Hause Mapal sind lasergesinterte Außenreibahlen. Hier nutzt das Aalener Unternehmen ebenfalls die Möglichkeiten des 3-D-Druck-Verfahrens, um die Leistungsfähigkeit der Werkzeuge weiter zu steigern. Ein rippenförmiger Innenaufbau reduziere das Gewicht der Reibahlen um mehr als die Hälfte. Diese Optimierung ermögliche es dem Anwender, seine Bauteile deutlich schneller und mit höherer Genauigkeit zu bearbeiten, informierte Mapal in einer Pressemitteilung.
Informieren können sich die erwarteten 80 000 Fachbesucher der AMB auch über das so genannte Mapal Easy Adjust System, mit dem sich der Einstellaufwand bei Werkzeugen erheblich verringern lasse. Außerdem stellt das Unternehmen neue Tangential-Wendeschneidplatten für Schrupp- und Semi-Finishbearbeitungen vor. Durch ihre innovativen Beschichtungen, die Mapal auf eigenen Beschichtungsanlagen entwickelt hat, sind die Schneidplatten besonders bei so genannten Vorbearbeitungsoperationen sehr wirtschaftlich zu betreiben. An dem eigens für die Messe AMB gebauten Demonstrator können Besucher die Bearbeitung verschiedener Bauteile live mitverfolgen.
© Wirtschaft Regional 22.08.2014 20:37
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