Bahn soll Sudan erschließen

Ellwanger EurA Consult unterstützt die Finanzierung von Eisenbahn-Projekt im Sudan
  • Das Ausbesserungswerk in Atbara soll an die geplante, erneuerte Normalspur-Linie angeschlossen werden. (Foto: EurA Consult)
Die Innovationsberatungsgesellschaft EurA Consult AG hat bei einem Besuch des sudanesischen Verkehrsministers Dr. Ahmed Babiker Naharin in Ellwangen die Weichen für das Realisieren eines Eisenbahn-Projekts gestellt.

Ellwangen. Der Verkehrsminister war mit einer fünfköpfigen Wirtschaftsdelegation zu einer Konferenz auf die Ostalb gekommen. Dabei ging es um die Finanzierung eines millionenschweren Baus einer Eisenbahntrasse im ostafrikanischen Land. Die staatliche Eisenbahngesellschaft des Sudans plant den Ausbau des Transportwesens im bislang wenig erschlossenen Süden des Landes. Dort schlummerten große Rohstoffvorkommen. Zudem werden dort viele Agrargüter produziert. Die Bevölkerung des landwirtschaftlich geprägten Landstrichs gelangt bislang nur schwer ins wirtschaftlich besser erschlossene Zentrum des Landes nahe Khartoum.
Den Bau einer neuen Eisenbahnlinie kann das hoch verschuldete Land aus eigener Kraft jedoch nicht stemmen. Deswegen sondiert und prüft die staatliche Eisenbahngesellschaft, die Sudan Railways Corporation, derzeit verschiedene Finanzierungsalternativen. Dazu zählt auch ein Private Public Partnership (PPP). Auf dieses Finanzierungsinstrument für groß angelegte Infrastruktur-Projekte zwischen privaten Investoren und der öffentlichen Hand ist ein Geschäftspartner der EurA Consult AG, die C.R.E.A.M. Europe PPP Alliance mit Hauptsitz in Brüssel und einer Repräsentanz in München, spezialisiert.
Die Ellwanger EurA Consult und C.R.E.A.M. haben sich bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft der Republik Sudan gemeinsam darum beworben, für den Bau der neuen normalspurigen Eisenbahnlinie von Khartoum nach El Obied eine strukturierte Finanzierung auf Basis eines internationalen PPP-Projektes zusammenzustellen. EurA Consult sieht das angestrebte PPP-Projekt als Chance zur Weiterentwicklung seines Geschäftsbereichs „Finance“ innerhalb der 2012 eingeschlagenen Internationalisierungsstrategie. „Künftig möchten wir bei der Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen auch für die öffentliche Hand ein kompetenter Ansprechpartner sein“, hob Projektmanager Michael Oesterreicher bei der Konferenz hervor. So seien von EurA Consult und C.R.E.A.M. bereits weitere derartige Finanzierungsprojekte geplant, speziell im Bereich des Breitband-Internet-Ausbaus durch Kommunen und kommunale Einrichtungen wie etwa Stadtwerken.
Bei einem Abendessen hatte Ellwangens Bürgermeister Volker Grab die Gäste aus dem Sudan begrüßt. Nach dem Auftaktabend an der Jagst wurden die PPP-Sondierungsgespräche zwischen den Partnern an den beiden darauffolgenden Tagen in München fortgesetzt. Im dortigen Hotel „Bayerischer Hof“ unterzeichnete der sudanesische Verkehrsminister eine Absichtserklärung über den Eintritt in die Planung eines PPP-finanzierten Eisenbahn-Modernisierungsprojektes. Das Projektmanagement von C.R.E.A.M und EurA Consult lud der sudanesische Verkehrsminister zu einem Gegenbesuch ein. Bereits im März dieses Jahres hatte es eine Entwicklungskonferenz gegeben, auf der die Planungen für ein durchgängiges Schienennetz von Südafrika bis ins ägyptische Alexandria längs durch den gesamten afrikanischen Kontinent vorgestellt worden waren.

Hintergrundinfo Sudan

Das Eisenbahnnetz im Sudan verfügt über 4578 km und zählt damit zu den größten in Afrika. Ein Teilprojekt zur Erschließung wurde mit Firmen aus China verabschiedet. Die bislang als Schmalspurbahn angelegte Strecke von Khartoum nach El Obied soll ausgebaut werden, um die wachsende Nachfrage nach Erdöl- und Agrargütern zu befriedigen. Das Investitionsvolumen in den Ausbau und die Modernisierung des sudanesischen Schienennetzes beträgt rund eine halbe Milliarde Euro.
© Wirtschaft Regional 29.04.2014 17:24
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