IHK: Althammer rügt Horlacher

Gewinn 2012 wird für Neubau des IHK-Bildungszentrums verwendet
  • IHK-Vollversammlungsmitglied Rainer Horlacher (li.) wurde von IHK-Präsident Helmut Althammer (re.) scharf gerügt – vor einem Beschluss an die Öffentlichkeit zu gehen, entspreche nicht den IHK-Gepflogenheiten. (Fotos: Archiv)
  • Das IHK-Haus in Heidenheim: Hier tagt die Vollversammlung der Institution nichtöffentlich.
Die Mitglieder der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg haben auf einer Sitzung am Dienstag Präsident Helmut Althammer und Hauptgeschäftsführer Klaus Moser für 2013 entlastet und für das kommende Jahr eine Reduzierung des Beitrags beschlossen. Der Umlagesatz wird von 0,17 auf 0,15 Prozent des Gewerbeertrages gesenkt. Der Jahresüberschuss 2012 in Höhe von 1,295 Millionen Euro wird zur Finanzierung des Neubaus des IHK-Bildungszentrums in Aalen verwendet.
Heidenheim. Wie berichtet, hat das neue Vollversammlungsmitglied Rainer Horlacher, der gleichzeitig auch dem Bundesverband für freie Kammern (bffk) angehört, beantragt, den „unerwartet hohen“ Gewinn an die IHK-Mitgliedsunternehmen zurück zu erstatten. Vor der Abstimmung über diesen Antrag wurde der Hüttlinger Textilkaufmann von Helmut Althammer streng gerügt: Es sei das erste Mal, dass ein Vollversammlungsmitglied vor der Beschlussfassung eines Antrags an die Öffentlichkeit gehe. Horlacher: „Althammer hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass mein Vorgehen nicht den Gepflogenheiten der IHK-Vollversammlung entspricht.“ Der Antrag Horlachers wurde laut Mitteilung der IHK „mit überwältigender Mehrheit“ abgelehnt. Die Mitglieder der Vollversammlung stimmten danach – bis auf Horlacher – dem Antrag der Geschäftsführung zu, den Jahresüberschuss 2012 auf das Wirtschaftsjahr 2014 zu übertragen. Er soll zur Finanzierung des Neubaus des IHK-Bildungszentrums Aalen verwendet werden. Bereits zum Zeitpunkt des Baubeschlusses im Juli 2013 war das zu erwartende Jahresergebnis 2012 zur Finanzierung des Neubaus von der Vollversammlung vorgesehen und beschlossen worden. Das Gremium sprach sich damit erneut für das Neubauprojekt aus, unter der Voraussetzung, dass Bund und Land zu ihrer Kofinanzierung stehen. Horlacher erfuhr, wie er auf Anfrage erklärte, von einigen Mitgliedern der Vollversammlung Zuspruch, dass er sich für mehr Transparenz und Offenheit in den IHK-Gremien einsetze.
Ein großes Thema der Sitzung war der Wirtschaftsplan 2014. Dieser sieht im fünften Jahr in Folge eine Beitragsentlastung für die Mitglieder – der Umlagesatz wird von 0,17 auf 0,15 Prozent des Gewerbeertrages bzw. Gewinnes gesenkt. Ermöglicht wurde dies, so heißt es in der IHK-Pressemitteilung, „durch eine weitere Teilauflösung einer Rücklage für Beitragsausfälle, die nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 eingerichtet wurde, um Beitragssteigerungen zu vermeiden“. Hinzu komme „eine robuste Konjunktur mit günstigen Perspektiven“. Althammer: „Die IHK Ostwürttemberg setzt damit die kontinuierliche Reduzierung der Beiträge in den letzten 20 Jahren fort. Sie liegt damit im Landesvergleich der 12 IHKs im vorderen Drittel.“ Winfried Hofele

Neubau IHK-Bildungszentrum

Die Neubauplanungen für das IHK-Bildungszentrum sind weitgehend abgeschlossen. Die IHK Ostwürttemberg wartet noch auf die angekündigte Freigabe durch Bund und Land. Danach kann der Architektenwettbewerb starten, der eine zweistufige europaweite Ausschreibung vorsieht. IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Moser hofft, dass dies noch im Dezember 2013 erfolgen wird. Rund sechs Monate später könnte dann der Baubeginn erfolgen. Der Bezug der neuen Bildungsstätte in Aalen ist für Mitte 2016 vorgesehen.
© Wirtschaft Regional 27.11.2013 19:15
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