Innovation „Power Bridge“

SHW Werkzeugmaschinen zeigte auf EMO erste Portalfräsmaschine
  • SHW WM-Geschäftsführer Christian Hühn (l.) und Anton Müller auf der EMO.
  • SHW WM-Innovation „Power Bridge“
Bei der SHW Werkzeugmaschinen GmbH (SHW WM) ist eine neue Zeitrechnung angebrochen. Bislang haben die Wasseralfinger ausschließlich Fahrständermaschinen in verschiedenen Größen gebaut – auf der internationalen Leitmesse EMO in Hannover präsentierten sie kürzlich ihre erste Portalfräsmaschine namens „Power Bridge“ der Weltöffentlichkeit.Aalen/Frankfurt. Dabei handelt es sich um einen Auftragsbau in Kooperation mit der Firma Fill aus Gurten/Österreich, die selbst Bearbeitungsmaschinen baut und u.a. in den Branchen Ski, Automotive, Luft- und Raumfahrt, Energie tätig ist. Fill ist Kunde von SHW WM und hat bereits vier Fahrständermaschinen aus Wasseralfingen in Betrieb.
„Fill brauchte eine neue Portalfräsmaschine. Eine Marktanalyse ergab, dass keine Maschine die Bedürfnisse erfüllen konnte bzw. die Lieferzeiten zu lang waren“, erklärte Martin Rathgeb. Der Chefentwickler und „Vater“ der Power Bridge bei SHW WM konzipierte darauf mit den Fill-Leuten ein neues Produkt. Fill brachte vor allem Kapazitäten in der Elektrokonstruktion ein.
„Für uns ist die Ausweitung des Produktportfolios interessant, das gemeinsame Baby Power Bridge wird nun von beiden Firmen vermarktet“, sagte Christian Hühn, der wie Anton Müller Geschäftsführer bei SHW WM ist. Startschuss dazu war auf der EMO. „Mit drei Kunden sind wir schon in aussichtsreichen Verhandlungen, um die erste Power Bridge am Markt zu platzieren“, freute sich Anton Müller. Eine Power Bridge kostet rund 2,7 Mio. Euro – Hühn: „Wir haben Lieferzeiten von nur zwölf Monaten. Uns kommt dabei unser Baukastensystem aus Maschinenelementen zugute.“
Weiteres EMO-Messethema war die optisch und technisch überarbeitete SHW-Maschine des Typs „Uni Force 7“. „Unsere Spindelstöcke waren bislang getriebelos. Der Trend geht aber hin zu größeren Leistungen. Wir bieten nun Spindelstöcke mit einer fast verdoppelten Leistung von 122 kW an“, sagte Anton Müller. Während SHW MW Maschinenkomponenten permanent weiterentwickelt, zeigten Wettbewerber auf der EMO quasi keine Innovationen.
Auf der Leitmesse für den Maschinenbau konnte SHW WM auch den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte vermelden: Zehn Bearbeitungszentren im Wert von 15 Mio. Euro wurden in einem Kontrakt verkauft, darunter Doppelständeranlagen des Typs „Power Speed 6“ mit synchronisierten Ständern. Interessant: Dieser Auftrag kam aus dem „Ländle“ – das minimiert die Frachtkosten. „Mit einem Kunden aus Singapur haben wir ebenfalls einen Vertrag abgeschlossen, verschiedene Projekte mit chinesischen und russischen Kunden stehen kurz vor dem Abschluss; zwei Maschinen wurden nach Österreich und Bangladesh für zusammen zwei Mio. Euro verkauft“, sagte Hühn. Müller rechnet „mit einem guten Nachmessegeschäft.“
Im Jahr 2012 steigerte SHW WM den Umsatz zusammen mit der Tochtergesellschaft SHW BT um 26 Prozent auf 70 Mio. Euro; 7,5 Mio. Euro davon steuerte SHW BT bei. „Unser Ziel für 2013 ist ein Auftragseingang von 50 Maschinen. Nach verhaltenem Jahresbeginn sind wir nun sehr zuversichtlich gestimmt und rechnen weiterhin mit einem gutem Geschäftsverlauf“, blickten Christian Hühn und Anton Müller voraus. Sascha Kurz
© Wirtschaft Regional 30.09.2013 21:14
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