Hohe Stückzahlen im Visier

Gaugler & Lutz präsentiert auf Messe Composites Europe neues Fertigungsverfahren
  • Mit dem Multishape-Verfahren können Schäume und andere Kernmaterialien in einem Arbeitsgang endkonturnah gefertigt werden. (Foto: Gaugler & Lutz)
Leichtbau ist in aller Munde, Verbundwerkstoffe sind die dafür nötige Schlüsseltechnologie. Den bevorstehenden Boom der innovativen Werkstoffe spiegelte die Messe Composites Europe, die mit einem deutlichen Plus bei den Ausstellern und den Besuchern neue Rekordmarken gesetzt hat. 406 Aussteller aus 28 Nationen und gut 9000 Fachbesucher kamen aufs Stuttgarter Messegelände. Der Ebnater Kernmaterialien-Konfektionierer und Leichtbauspezialist Gaugler & Lutz zeigte neue Herstelltechnologien.
Aalen-Ebnat. Die führenden Hersteller und Verarbeiter von Verbundwerkstoffen, Maschinenhersteller und Forschungsinstitute waren vor Ort. Im Fokus der Messe standen neue Materialsysteme, integrierte Produktionstechniken und Innovationen für die Anwendungsmärkte. Viele Besucher kamen aus dem Automobilsektor, gefolgt von Bereichen Luftfahrt und Maschinenbau. „Süddeutschland ist der größte Leichtbaumarkt in Europa“, sagte Roland Lutz, Inhaber des Unternehmens. Die Stimmung auf der Composites Europe zeigte, dass die Absatzmärkte für Verbundwerkstoffe weiter anziehen. Die Zukunftsaussichten der Branche seien zwar differenziert, aber grundsätzlich gut. Entsprechend positiv blickten die Unternehmen wie Gaugler & Lutz in die Zukunft.
Voraussetzung für den Erfolg von Verbundwerkstoffen in den Anwendungsindustrien bleibt die Automatisierung großserientauglicher Fertigungsprozesse für Composites-Bauteile. Auf der Messe rückten die Anwendungsmärkte von Verbundwerkstoffen wie der Automobilbau, die Luftfahrt, die Windenergie sowie der Bausektor in den Mittelpunkt. Gaugler & Lutz und ihr langjähriger Partner, die Airex AG, legten ihren Fokus auf eine Vielfalt von Produkten für den Leicht- und Sandwichbau. Gaugler & Lutz gilt als kompetenter Partner in der Bearbeitung organischer Werkstoffe wie Balsa-Holz, PET und PVC. Gaugler & Lutz und Airex verbinden seit 1983 eine Geschäftspartnerschaft, die weit über ein Kunden-Lieferanten-Verhältnis hinaus geht.
Als Messeneuheit präsentierten die Unternehmen Bauteile der neuen Produktionstechnologie Multishape, die ihren Ursprung im Thermoformen hat. Mittlerweile können serientaugliche Produkte im Thermopressen-, One-Shot-Sandwich- sowie dem so genannten Twin-Sheet-Verfahren gefertigt werden. Hierbei können innerhalb von kurzen Taktzeiten fertige Bauteile in hohen Stückzahlen inklusive unterschiedlichen, anspruchsvollen Geometrien und Deckschichten gefertigt werden. Lange Fräszeiten gehören dadurch der Vergangenheit an. „Im Bereich der Automatisierung sind wir mit Multishape auf einem guten Weg. Auf der Composites Europe hatten wir eine Vielzahl an positiven Gesprächen mit namhaften Unternehmen aus der ganzen Welt. Das stimmt mich positiv“, sagte Roland Lutz. Erste Projekte mit Automobilbauern laufen. Vor allem das Premiumsegment sei für den Einsatz von kleineren Serienteilen prädestiniert für das Verfahren. Die Maschine, auf der Multishape-Teile gefertigt werden, wurde speziell auf die Anforderungen von Gaugler & Lutz angepasst. Das Verfahren vertieft die Wertschöpfungskette. Sascha Kurz

Multishape ausgezeichnet

Im Online-Magazin für Industriedesign, zwomp.de, wurde Gaugler & Lutz für das Herstellverfahren Multishape von einer Agentur ausgezeichnet. Ein so genanntes One-Shot-Sandwich wurde als innovatives Werkstück prämiert (Bild). Bei dem Verfahren werden thermoplastische Materialien aufgeheizt, unter Druck in einem Presswerkzeug verformt und danach abgekühlt. Durch die Abkühlung werden die Kernmaterialien ausgehärtet und können somit in sehr kurzer Zykluszeit in eine 3D-Geometrie geformt werden. Möglich wird so die Herstellung von thermoplastischen kohlefaserbasierenden Sandwich-Strukturen bis hin zu Hohlkörpern aus Organoblechen. sk
© Wirtschaft Regional 24.09.2013 15:20
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