Ehsani schließt Galerie in Gmünd

Abverkauf von Bildern, Grafiken, Skulpturen und hochwertigen Perserteppichen
  • Erinnerungen: Teppichausstellung „Orienta“ im Prediger.
  • Kamran und Gudrun Ehsani in der Galerie Am Johannisplatz
Eine Ära geht zu Ende. Nach fast 50 Jahren „Orient-Teppich-Haus Ehsani“ und 25 Jahren „Galerie Am Johannisplaz“ in Schwäbisch Gmünd haben sich Gudrun und Kamran Ehsani entschlossen, beide Aktivitäten zu beenden. Deshalb findet derzeit in der Galerie ein Totalausverkauf von Bildern, Skulpturen und Grafiken bekannter Künstler sowie von hochwertigen Perserteppichen statt.Schwäbisch Gmünd. „Der erforderliche Zeitaufwand für unsere Agentur Pepper-an-Salt in Stuttgart erlaubt uns nicht mehr, die Galerie in Gmünd professionell zu führen“, begründet Kamran Ehsani seinen geschäftlichen Rückzug aus Gmünd. Damit endet nach fast 50 Jahren eine besondere multikulturelle Firmengeschichte und ein kommunikativer Treffpunkt in der Stauferstadt.
Im Jahre 1962 kam Hamid Ehsani mit seiner Familie aus Teheran nach Gmünd. Er war von seinen persischen Firma ins damalige „Amiwerk“ versetzt worden. Kurz darauf machte er sich mit dem „Orient-Teppich-Haus-Ehsani“ in der Vorderen Schmiedgasse im heutigen Cafe „Mikro“ selbstständig. Weil dort der Platz schnell nicht mehr ausreichte, mietete Hamid Ehsani erst nebenan größere Räume und bald darauf ein weiteres Ladengeschäft in der Vorderen Schmiedgasse an. Das Teppich-Haus Ehsani wurde weit über die Region hinaus bekannt, die Nachfrage stieg ständig. Anfang der 1980er-Jahre zog Ehsani schließlich in eigene Räume ins Mühlbergle um. Legendär waren in dieser Zeit die von Ehsani initiierten prächtigen Teppichausstellungen „Orienta“ im Kulturzentrum Prediger, zu denen weit über 5000 Besuchern aus nah und fern kamen.
Hamid Ehsanis Sohn Kamran trat nach seinem Studium zum Dipl.-Betriebswirt in Reutlingen ins elterliche Unternehmen ein. Er kaufte 1986 das Geschäftshaus am Johannisplatz 6, sanierte das Gebäude komplett und baute es um zur über 200 qm großen „Galerie Am Johannisplatz“, die 1988 eröffnet wurde. Dort veranstaltete Kamran Ehsani mit seiner Frau Gudrun große Ausstellungen mit Werken nationaler und internationaler bekannter Künstler wie zum Beispiel Miro, Vasarely, Warhol, Lichtenstein, Picasso, Uecker, Mack, Piene, Mel Ramos oder Colle. Aber auch regionalen Künstlern wie Prof. Wagenblast, Prof. Lutz, Prof. Schuster oder Joachim Scheffler gab Ehsani in seiner Galerie eine Präsentationsplattform. „Mein Bestreben war immer, mit der Galerie Menschen aus nah und fern zu erreichen und sie nach Schwäbisch Gmünd zu bringen.“ Das ist ihm in seinen „aktiven Galerie-Jahren“ auch immer hervorragend gelungen.
Während seiner zehnjährigen Tätigkeit als Marketingfachmann bei der Gmünder Ersatzkasse GEK seit 1998 und danach seit 2009 durch seinen Geschäftsführerjob in der eigenen Marketing und Kommunikationsagentur „Pepper-and-Salt“ in Stuttgart blieb Kamran Ehsani immer weniger Zeit für Galerie. „Es tut schon weh, die Galerie zu schließen“, räumt Ehsani ein, „zumal damit auch ein persönlicher Traum zu Ende geht“. Nach dem Tod des Firmengründers Hamid Ehsani vor wenigen Wochen, habe sich die Familie entschlossen, sich auch von der eigenen Sammlung hochwertiger Perserteppiche aus den bekanntesten Knüpfgebieten zu trennen, sagt Ehsani.
Der Ausverkauf dieser antiken Raritäten und der Künstler-Exponate findet in der Galerie am Johannisplatz werktags zwischen 10 und 19 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr (Umschau) bis Ende des Jahres statt. -wh-
© Wirtschaft Regional 07.12.2012 20:58
1939 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?