Arbeitgeber zum Betreuungsgeld

Aalen. Die Idee des Betreuungsgeldes sei eine arbeitsmarkt- und bildungspolitisch kontraproduktive Transferleistung. Für die Arbeitgeberverbände in Ostwürttemberg sagte Jörn P. Makko angesichts des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens: „Das Betreuungsgeld nützt weder der Wahrnehmung von Bildungschancen, noch den Eltern bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“ Die Arbeitgeber befürchteten, dass das Betreuungsgeld in erster Linie aus finanziellen Erwägungen in Anspruch genommen werde und die für die Kinder aufgewendete Zeit nicht ansteige. Es sei fraglich, ob die Kinder gerade in Familien mit niedrigem Qualifikationsniveau und niedrigem Einkommen von der häuslichen Betreuung profitierten. „Aus unserer Sicht spricht nichts für das Betreuungsgeld“, sagte Makko. Die Quote der erwerbstätigen Mütter könne zurückgehen. Sollte das Betreuungsgeld durchgesetzt werden, fordert Makko, dass die Wirkungen regelmäßig überprüft werden.
Am 6. Juni hatte das Bundeskabinett den Gesetzentwurf dazu verabschiedet. Der Bundestag soll den Gesetzentwurf in erster Lesung bereits am Freitag beraten und vor der Sommerpause verabschieden. Das Betreuungsgeld soll 2013 in Höhe von 100 Euro und ab 2014 in Höhe von 150 Euro gezahlt werden.
© Wirtschaft Regional 14.06.2012 18:23
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