Welt des Web 2.0

Marketing-Club bei EnBW ODR in Ellwangen zu Gast
  • Stefanie Stengel sprach über Web 2.0
„Der Wirtschaftsaufschwung ist auch in unserer Region angekommen, die Auftragslage sieht vielerorts schon wieder viel besser aus.“ Diese positive Momentaufnahme gab WiRO-Geschäftsführerin Dr. Ursula Bilger beim Besuch des Marketing-Clubs Ostwürttemberg im Haus der EnBW in Ellwangen. Dort gab Stefanie Stengel einen Einblick in die Welt des Web 2.0, auch Mitmach-Internet genannt.Ellwangen. Dem Fachvortrag zu neuen Möglichkeiten im Internet war eine Talkrunde zum Thema „Marken und Marketing“ vorausgegangen. Dabei stellte sich u.a. Verena Kiedaisch, Citymanagerin der Stadt Ellwangen, den Fragen von Moderator Winfried Hofele, Chefredakteur von Wirtschaft Regional. Um das Image von Ellwangen als Marke aufzubessern, „muss vor allem das Profil als Einkaufsstadt geschärft werden“, sagte Kiedaisch. Das sei eine spannende, aber lösbare Aufgabe, „da die Stadt auf eine breite Unterstützung der Bürger zählen kann – darin liegt ein enormes Potenzial, das wir in den nächsten Jahren nutzen wollen“. Schon viel erreicht worden sei bei den Ladenöffnungszeiten, bei Leerständen und der Entwicklung von Gewerbegebieten.
Auch Frank Reitmajer, Geschäftsführer der EnBW ODR Netzgesellschaft und Gastgeber an diesem Abend, sprach von einer notwendigen Image-Aufbesserung. „Energieversorger werden in der Öffentlichkeit vor allem mit steigenden Preisen verbunden. In Zukunft wird die Branche viel stärker auf die Themen Energiemanagement und Versorgung von Fahrzeugen mit Energie – E-Mobilität – setzen.“ Gefragt nach dem Image und den Erfolgen des Marketing-Clubs meinte dessen Geschäftsführerin Dr. Ursula Bilger, „in den zehn Jahren seit Gründung des Clubs haben wir in der Netzwerkarbeit viel erreicht, und stetig neue interessante Firmen für die Mitgliedschaft gewinnen können.“ Das Ziel von 200 Mitgliedern sei inzwischen durchaus realistisch.
Über die Herausforderungen und Möglichkeiten von Web 2.0 referierte schließlich Stefanie Stengel aus dem Geschäftsbereich Telekommunikation der EnBW. Die wichtigste Änderung: „Wir werden vom Consumer zum Prodsumer“. Gemeint ist, dass Internetanwender nicht mehr nur konsumieren, sondern im Netz auch produzieren. Beispiel dafür seien Fotobücher, die der Nutzer selbst zusammenstellt, das fertige Produkt anschließend ordert und online gleich bezahlt. „Der digitale Lebensstandard steigt, das sieht man an der Entwicklung vom Radio zum Podcast und von der Landkarte zum Web-Mapping“, so Stengel. Vorteil für das Marketing sei die Verquickung von Markt, Trendforschung und Verkauf. So könnten Unternehmen ihren Kunden genau das Produkt verkaufen, das sie brauchen - zum Beispiel einen individuell im Internet gestalteten Sportschuh. Verbraucher profitieren vom Web 2.0 durch höhere Preistransparenz in Vergleichsportalen. Zu den neuen Kommunikations- und Werbemethoden zählen laut Stefanie Stengel vor allem virales Marketing und Empfehlungsmarketing. „Es geht darum, als Unternehmen die Chance zur Personalisierung zu nutzen, die das Web 2.0 bietet. Wer versteht, Kunden einzubeziehen, wird nicht nur im Online-Marketing die Nase vorn haben.“
© Wirtschaft Regional 22.10.2010 21:50
948 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?