UNTERNEHMENSPORTRAIT / Straßdorfer Jungunternehmen

"Officenter" profiliert sich

  • Im Straßdorfer Büro laufen die Fäden zusammen: Geschäftsführerin Anna Warzecha (sitzend vorn), li. Grafikerin Lidija Huzejirovic, Kerstin Krieg (Programmierung) , nicht im Foto ist Buchhalterin Ingrid Fifka.
Marketing, Vertrieb, Personal, Buchhaltung, Datenschutz, dazu komplizierte EU-Bestimmungen - und dabei das Kerngeschäft nicht vernachlässigen? Das kann auch ein versierter Chef nicht alles selbst erledigen. Geschäftsführerin Anna Warzecha bekam im ersten Jahr des Bestehens von "Officenter" die Bestätigung für den Bedarf der kleinen Firmen. Die Internetadresse des jungen Dienstleistungsunternehmens "wir-sind-ihr-buero" sagt schon vieles, aber nicht alles. Die kaufmännischen Aufgaben von der Buchhaltung bis zum Mahnwesen und die gesamte Büroorganisation sind nur eine Säule des Angebots.
Im Straßdorfer Büro sitzen außer der Geschäftsführerin eine Grafikerin, eine Finanz- und Lohnbuchhalterin und CallCenter Agents als festes Stammpersonal. "Ein Netzwerk von freiberuflichen Profis, die für uns die Spezialaufgaben erfüllen, hält unseren eigenen Personalstamm und die Kosten für den Kunden im Rahmen", erklärt die Diplom-Betriebswirtin der FH Aalen. "Wir behalten die Fäden selbst in der Hand, denn der Kunde soll einen Ansprechpartner für alle seine betriebswirtschaftlichen Anforderungen haben. Das schafft gegenseitiges Vertrauen".
Ob es um Marketingaufgaben und Werbeauftritte, um Messeorganisation oder Vertriebskonzepte geht, um Personalentwicklung oder die gesetzlichen Vorgaben des internen Datenschutzes, Officenter hat die richtigen Fachleute. Sogar über ein Netzwerk an Call-Center-Mitarbeitern verfügt der Gmünder Allrounder. Mit der frechen Behauptung "Wir sind ihr Büro" hat das kleine feste Team bereits einen respektablen Kundenstamm aufgebaut, der weit über die Ostalbgrenzen hinausgeht. So schätzen auch größere Unternehmen, wie die Nehlsen-Plump GmbH & Co. KG, das zweitgrößte Abfallentsorgungsunternehmen Deutschlands, das Angebot eines individuellen unternehmensspezifischen Dienstleistungspaketes.
Als zertifizierte externe Datenschutzbeauftragte kann Anna Warzecha eine Alternative zum firmeneigenen Datenschutzbeauftragten anbieten. Bei Betrieben ab zehn Mitarbeitern ist dieser gesetzlich gefordert. "Die sensiblen Daten müssen nicht außer Haus gegeben werden, und die Firma bindet keine eigenen Kräfte", schildert sie den Vorteil.
Seit kurzem agiert das Unternehmen auch auf internationalem Markt und zwar bei der Abrechnung von Saisonarbeitskräften. Der Geschäftsführerin kommt dabei zu Gute, dass sie selbst polnisch spricht und eine Kollegin kroatisch. Seit dem EU-Beitritt von Polen kontrollieren die Behörden stärker, um die Schwarzarbeit auf den Spargel- und Erdbeerfeldern und im Weinberg zu reduzieren. "Für den deutschen Arbeitgeber bedeute dies, dass er sich mit den oft komplizierten Personal- und Steuerbestimmungen auseinandersetzen und die richtigen Ansprechpartner finden müsste. Es haben sich schon Steuerkanzleien an uns gewandt, für die das Metier genauso schwierig und aufwändig zu bearbeiten wäre", sagt Warzecha.
Derzeit kommen rund 40 Prozent des Auftragsvolumens aus der Lohnabrechnung und 60 Prozent betreffen Marketing-Kommunikationsaufgaben. Da geht es meist um einen Internetauftritt, um Flyer, Newsletter, Kundenbriefe oder die Entwicklung eines Logos und einer Corporate Identity. "Gerade Klein- und Kleinstunternehmen aus Gastronomie, Handel, Handwerk oder freien Berufen basteln ihren Firmenauftritt selbst zusammen, weil sie die Kosten einer großen Agentur scheuen. "Aber das ist kontraproduktiv zur professionellen eigenen Leistung", warnt die Geschäftsführerin. Auch hier kann "Officenter " auf Grund seiner Konstellation realistische Angebote machen.

© Wirtschaft Regional 05.01.2007 00:00
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