HOCHSCHULE AALEN / Der Studiengang "Internationale Betriebswirtschaft" feiert Zehnjähriges

Positive Veränderungen

  • Bei der Jubiläumsfeier der Hochschule Aalen (v.l.): Ulrich Holzbaur, Robert Rieg, Ekbert Hering, Ernst Zwilling, Gustav Wabro und Juan-José Güida.
Als Auftaktveranstaltung für das zehnjährige Jubiläum des Studiengangs "Internationale Betriebswirtschaft (IBW)" haben der Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Robert Rieg, und der Studiengangleiter Professor Dr. Juan José Güida mit Vertretern der Hochschule und der Industrie, mit Studenten und Freunden gestern Abend in der Aula einen Festakt gefeiert.Zu einer Zeit, als Professorenstellen an der FH Aalen abgebaut werden mussten, in der Firmen keine Ingenieure eingestellt haben und in der die Bildung einen schweren Stand im politischen Gefüge Ostwürttembergs hatte, wurde in Aalen ein neuer Studiengang ins Leben gerufen: Die internationale Betriebswirtschaft.
Das Wagnis wurde belohnt, wie Rektor Professor Dr. Dr. Ekbert Hering ausführte: "Die Nachfrage an diesem Zweig war von Anfang an enorm." Auf 60 bis 70 Studienplätze bewarben sich oft über 500 Studenten, im Wintersemester 2000/2001 waren gar 50 Prozent aller Bewerbungen auf die Internationale Betriebswirtschaft gerichtet.
Wie auch in den anderen Studiengängen setzt der Rektor hier auf eine fundierte, breite Grundlagenausbildung mit späterer Spezialisierung. Heute stellt IBW ein Drittel der knapp 4000 Studierenden an der Hochschule für Wirtschaft und Technik. "Wir wollen Bildung exportieren auf international sehr hohem Niveau und auch in den Krisenregionen wie dem Nahen Osten Flagge zeigen", führte Hering aus.
Durch seine Internationalität habe der Studiengang die Hochschule positiv verändert. In einem kurzen Ausblick spannte der Rektor den Bogen zu allen Fachbereichen der Hochschule. Ab dem Wintersemester 2007/2008 wird neben dem Bachelor-Abschluss auch der Master in IBW möglich sein. Die Hochschule richtet sich außerdem auf die Einführung eines neuen Studiengangs "Gesundheitsmanagement" ein.
Als Gründungsvater des Studienganges IBW blickte Professor Dr. Ernst Zwilling auf die letzten zehn Jahre zurück. "Es ist schön, dass heute bei rund 350 Studierenden 51 Ausländer dabei sind", freute sich Zwilling. Er stellte dem Auditorium Lehrkräfte, Lehrbeauftragte und Professoren dieses Studienganges aus den vergangenen zehn Jahren vor. Internationale Betriebswissenschaft habe sich in seinen Augen sehr positiv in Richtung internationaler Kommunikation und kulturellem Austausch entwickelt.
Dies sah auch Professor Dr. Robert Rieg als einen wichtigen, zu verfolgenden Trend der Hochschule Aalen in seinem Ausblick an. Die Verlagerung der Wirtschaftsmächte fordere die Reaktion in der Bildung. Dafür müsse die Hochschule für ihre Studenten Felder bieten, die synthetisches Wissen für ein vernünftiges Handeln in der Praxis aufbauen. Hochschulautonomie, Einführung von Studiengebühren und das Wissen um die Erwartungen der Unternehmer, gehören für Rieg ebenfalls zu den Herausforderungen für die Zukunft.
Zu letzterem machte Rudolf Spiller, General Manager Europe der Carl Zeiss Vision Holding GmbH Aalen (CZV) einige interessante Ausführungen. Welche Anforderungen stellen die Unternehmen an den internationalen Führungsnachwuchs? Ein Auslandsaufenthalt mit "working exercise" von mindestens einem Jahr, das Beherrschen von mindestens zwei relevanten Fremdsprachen, interkulturelle Sensibilität gehören beispielsweise dazu.
Die CZV erwartet von ihren Führungskräften unter anderem ausgeprägte Entscheidungsfreude, Authenzität, Beziehungsfähigkeit, Achtung und Fairness. "Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft und der Schritt auf die Gewinnerseite im 'war of talents'", sagte er.
Durch das interessante Programm führte ein Pionier des Studiengangs, Marcus Butros. Die Chinesin Leilei, die in Aalen im sechsten Semester studiert, bereicherte den Abend mit traditionellen chinesischen Volksliedern.

© Wirtschaft Regional 02.12.2006 00:00
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