ARBEITSMARKTBERICHT / "Leichte Herbstbelebung" beschert niedrigste Zahl für 2006:

14 270 Menschen gemeldet

Eine "leichte Herbstbelebung" hat die Zahl der arbeitslos Gemeldeten in der Region Ostwürttemberg im September um 384 verringert. Sie liegt jetzt bei 14 270. "Damit haben wir die niedrigste Zahl im Jahr 2006 erreicht. In einem September gab es letztmals 2002 weniger Arbeitslose", freut sich Arbeitsamts-Chefin Maria Amtmann. Sie bilanziert eine weiterhin günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes, auch deshalb, weil es insgesamt 2 577 Arbeitslose weniger gebe als vor zwölf Monaten und Ostwürttemberg insgesamt 15,3 Prozent weniger arbeitslos Gemeldete zählt als 2005. In ganz Baden-Württemberg beträgt dieses Minus 13,4 Prozent.
Im September hat sich die Zahl der von der Abo betreuten Hartz IV-Empfänger um minus 187 fast in gleichem Maß verringert wie die Zahl der vom Arbeitsamt betreuten Arbeitslosen (minus 197).
Im Grunde liegt die Entwicklung im Trend: "Immer nach der Urlaubs- und Ferienzeit hat sich der Arbeitmarkt verbessert", erinnert Amtmann, denn Schule und Lehre beginnen in dieser Jahreszeit. Immerhin haben sich 430 Personen aus diesen Gründen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet.
Die Arbeitslosenquote hat sich von 6,4 Prozent im August wieder auf 6,3 Prozent reduziert. Im September 2005 hatte sie 7,4 Prozent betragen.
Weniger Frauen als Männer

Betrachtet nach Personengruppen hat die Zahl der arbeitslos Gemeldeten in jedem Bereich abgenommen: bei den Jugendlichen unter 25 Jahren (1 935) um 612; bei den Langzeitarbeitslosen (5 136) um 459; bei den Ausländern (2 691) um 428; und bei den 50-Jährigen und älteren (3 748) um 579; bei den Schwerbehinderten (704) um 41.
Auffällig ist, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen nur um 9,2 Prozent auf 7 999 sank, während bei den Männern ein Minus von 22 Prozent auf 6 271 erreicht wurde.
Die Arbeitslosmeldungen haben sich gegenüber dem August verringert. 2 520 Meldungen wurden erfasst, 142 weniger als im Monat davor. Rund 37 Prozent kamen aus einer Erwerbstätigkeit, 19 Prozent meldeten sich nach dem Ende einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung sowie einer beruflichen Qualifizierungsmaßnahme und 35 Prozent waren noch nie erwerbstätig gewesen oder hatten eine Erwerbstätigkeit unterbrochen.
Die Zahl derer, die sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden konnten, lag mit 2 890 um 522 höher als im August. "Erfreulich" ist für Maria Amtmann, dass die Zahl der Personen, die durch Vermittlung des Arbeitsamtes eine neue Stelle erhalten konnten, "um zwölf Prozent über dem Vorjahresniveau liegt. Hier kommt auch der gute Kontakt unseres Arbeitgeberservices zu den Firmen zum Tragen", meint sie.
Weniger attraktiv ist mit besserer Arbeitsmarktsituation offenbar die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit. Hier liegen die Abgangszahlen um 19 Prozent niedriger als im Vorjahr.
Die Arbeitskräftenachfrage bewegte sich im September in etwa auf dem Niveau von August. So wurden mit 685 nur 20 neue Stellen mehr gemeldet. "654 der neu gemeldeten Stellen sind ungeförderte Stellen, das heißt Stellen des ersten Arbeitsmarktes. 31 der Neuzugänge sind so genannte Ein-Euro-Jobs", beschreibt Maria Amtmann die Stellenentwicklung.
Der größte Kräftebedarf kam aus dem Dienstleistungsbereich mit dem Schwerpunkt Zeitarbeit. Der Handel meldete 108, das verarbeitende Gewerbe 90 und das Baugewerbe 50 neue Stellen.
Der Stellenbestand hat sich zum Monatsende geringfügig auf 2 480 verringert, liegt aber um 746 oder 43 Prozent höher als im September 2005. Rund ein Drittel entfallen auf so genannte Ein-Euro-Jobs.
Wieder verstärkt vermitteln

Zum Schluss des Berichtes zieht die Amtschefin ein positives Resümee: "Meine Prognose aus dem Vormonat hat sich bestätigt. Wieder konnten wir eine recht ordentliche Zahl von Abgängen in Erwerbstätigkeit oder Ausbildung verzeichnen, was sich auch in den Arbeitslosenzahlen niederschlägt. Ich gehe davon aus, dass es bei den Oktoberzahlen zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosen kommen wird. Die weiterhin gute Arbeitskräftenachfrage gibt uns die Möglichkeit wieder verstärkt vermittlerisch tätig zu werden." Hoffnung macht Amtmann, dass auf dem Arbeitsmarkt - oft über das Sprungbrett Zeitarbeit - nun auch Personen wieder eine Chance haben, die vor Monaten noch Probleme hatten - zum Beispiel Ältere.
© Wirtschaft Regional 29.09.2006 00:00
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